Klingbeil: Werden bei Lagarde-Nachfolge «kraftvoll mitreden»

20.02.2026 15:38

Tritt die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine
Lagarde, vorzeitig ab? Seit einem Medienbericht gibt es darüber
Spekulationen. Nun äußert sich der Vizekanzler.

Frankfurt/Main (dpa) - Nach einem Medienbericht über einen
vorzeitigen Abtritt von EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat sich
erstmals Bundesfinanzminister Lars Klingbeil dazu geäußert. Er
arbeite mit Lagarde «sehr gut und vertrauensvoll» zusammen und
beteilige sich nicht an jüngsten Spekulationen, sagte der
SPD-Politiker bei einem Besuch in Frankfurt. Diese seien ohne
Grundlage.

Wenn es so weit sei und es um die Nachfolge von Lagarde gehe, werde
sich die Bundesregierung aber «sehr schnell» mit dieser Frage
beschäftigen und dann eine gemeinsame Position haben. «Und natürlich

werden wir dann auch kraftvoll mitreden als Bundesregierung, wenn es
um die Frage der Nachfolge von Frau Lagarde geht», sagte Klingbeil
nach Gesprächen mit dem hessischen Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori
(SPD) und Vertretern des Finanzplatzes Frankfurt. Noch stehe das
Thema nicht an.

Spekulationen über Amtsdauer von Lagarde

Zuletzt hatte die «Financial Times» (FT) berichtet, dass Lagarde noch
vor den Präsidentschaftswahlen in Frankreich im April 2027 abtreten
dürfte. Hintergrund sind demnach Sorgen, dass Rechtspopulisten die
Wahl in Frankreich gewinnen könnten, was die Neubesetzung der Spitze
der Europäischen Zentralbank erschweren könnte.

Regulär läuft die Amtszeit von Lagarde bis Oktober 2027, doch längst

laufen Spekulationen über ihre Nachfolge. Für den EZB-Spitzenposten
haben sich auch Bundesbank-Präsident Joachim Nagel und
EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel ins Gespräch gebracht. Seit
der Gründung der EZB 1988 konnte Deutschland noch nie deren Spitze
besetzen.

Die EZB hatte zu dem Bericht der «FT» erklärt, Lagarde konzentriere
«sich voll und ganz» auf ihre Aufgabe und habe noch keine
Entscheidung über das Ende ihrer Amtszeit getroffen.