DIHK zu Zollurteil: Unsicherheit bleibt hoch

20.02.2026 17:30

Trotz Supreme-Court-Urteils bleibt für deutsche Firmen in den USA die
Angst vor neuen Handelsbarrieren. Warum DIHK-Experte Treier weiter
zur Vorsicht mahnt.

Berlin/Washington (dpa) - Auch nach dem Urteil des Obersten
Gerichtshofs der USA gegen die Zollpolitik von Donald Trump bleibt
aus Sicht der Industrie- und Handelskammer (DIHK) die Unsicherheit
für deutsche Firmen im US-Geschäft hoch. «Denn es gibt weiterhin
andere Instrumente für handelsbeschränkende US-Maßnahmen in Händen

der US-Administration, auf deren Einsatz sich die deutsche Wirtschaft
einstellen muss», sagt DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier in
Berlin. 

Trump hat im Streit um seine aggressive Zollpolitik eine Niederlage
vor dem Supreme Court kassiert. Das Oberste Gericht der USA
entschied, dass Trump seine Befugnisse überschritten hat, als er sich
auf ein Notstandsgesetz berief, um umfangreiche Zölle gegen Dutzende
Handelspartner zu verhängen. 

Die Europäische Union sollte aus Sicht des DIHK mit einem kühlen Kopf
auf das Urteil und neue mögliche US-Zölle reagieren und sich für
Verlässlichkeit der handelspolitischen Rahmenbedingungen für die
Unternehmen einsetzen. «Es gilt gegenüber den USA weiterhin die
Senkung aller WTO-illegalen Zölle einzufordern - insbesondere im
Stahl und Aluminium-Bereich, samt Derivaten.» Gleichzeitig müsse die
EU dringend ihre Lieferketten diversifizieren und die Unternehmen
durch Handelsabkommen unterstützen.