Expertin zu Handelskonflikt mit USA: EU soll sich neu aufstellen
20.02.2026 19:30
Trotz Gerichtsurteil gegen Trumps Zölle bleibt die Lage angespannt.
Welche Chancen und Risiken für die EU entstehen, erklärt eine
US-Expertin.
Berlin/Washington (dpa) - Nach dem Urteil des Obersten Gerichtshofs
der USA gegen die Zollpolitik von Donald Trump kann die EU aus Sicht
der US-Expertin Laura von Daniels nicht aufatmen. «Stattdessen muss
sich Europa auf die nächste Phase des transatlantischen
Handelskonflikts vorbereiten», forderte die Expertin der Stiftung
Wissenschaft und Politik (SWP) in Berlin.
Die Trump-Regierung habe bereits alternative und neue Zölle in
Stellung gebracht. Unklar sei zudem, was das für die mit
Handelspartnern geschlossenen «Deals» und für die Zollgrenzen
bedeute. «Die Lage ist komplex, bietet aber auch Chancen. Die EU kann
sich strategisch neu aufstellen und in die Offensive gehen», schrieb
von Daniels in einem Beitrag auf dem Berufs-Netzwerk LinkedIn.
Nach Angaben der SWP-Expertin könnte Trump innerhalb von 24 Stunden
auf Grundlage von Abschnitt 122 des Handelsgesetzes von 1974 neue
Zölle von bis zu 15 Prozent für einen Zeitraum von bis zu 150 Tagen
erlassen. Dazu müsste die Regierung eine Zahlungsbilanzkrise
nachweisen, die es faktisch gerade nicht gebe. Dagegen müsste dann
erst wieder geklagt werden.
Trump hat im Streit um seine aggressive Zollpolitik eine Niederlage
vor dem Supreme Court kassiert. Das Oberste Gericht der USA
entschied, dass Trump seine Befugnisse überschritten hat, als er sich
auf ein Notstandsgesetz berief, um umfangreiche Zölle gegen Dutzende
Handelspartner zu verhängen.
