US-Urteil zu Zöllen: Welle an Rückforderungen erwartet
21.02.2026 13:06
Das Oberste Gericht hat viele US-Zölle für nichtig erklärt. Damit
könnten Unternehmen die Abgaben wohl zurückverlangen. Steht eine
riesige Forderungswelle bevor?
Washington (dpa) - Der Supreme Court hat viele von US-Präsident
Donald Trump verhängte Zölle für unrechtmäßig erklärt, nun kö
nnten
zahlreiche Unternehmen bereits gezahlte Abgaben in Milliardenhöhe
zurückfordern. Wirtschaftsexperten befürchten Chaos, sollte es zu zig
Tausenden Rückforderungen kommen. Nach Berechnungen der University of
Pennsylvania geht es für den US-Staatshaushalt um etwa 175 Milliarden
US-Dollar.
Wie der «Spiegel» schreibt, hat der Supreme-Court-Richter Brett
Kavanaugh, der gegen die Entscheidung gestimmt hat, bereits vor
großen Schwierigkeiten gewarnt. Die Vereinigten Staaten könnten
gezwungen sein, Milliarden Dollar an Importeure zurückzuzahlen,
mahnte Kavanaugh demnach in seiner abweichenden Meinung. «Die
Rückerstattung dürfte chaotisch werden.»
Auch der Vorsitzende des Handelsausschusses im EU-Parlament, Bernd
Lange, sieht Chancen auf eine Rückzahlung unrechtmäßig erhobener
US-Zölle. «Zu viel gezahlte Zölle müssen zurückgezahlt werden»,
sagte
er dem Deutschlandfunk. Zuständig wäre wohl das Handelsgericht in New
York, also der Court of International Trade. Vermutlich werde es
Hunderttausende Anträge geben.
Zölle werden gemeinhin von den Importeuren gezahlt. Wie der «Spiegel»
weiter schreibt, haben etwa US-Einzelhändler wie Amazon oder Walmart,
aber auch Autobauer wie General Motors und Ford sowie andere
Industrieunternehmen seit dem vergangenen Jahr viele Milliarden an
zusätzlichen Zöllen bezahlt, sobald ihre Waren in den USA ankamen.
Und diese Milliarden würden jetzt wohl zurückverlangt.
Aber auch die Unternehmen selbst liefen Gefahr, von ihren Kunden auf
Rückerstattung verklagt zu werden, weil sie die Zölle an die Kunden
weitergegeben haben.
Auch Hedgefonds und Broker könnten sich an dem Milliardenspiel
beteiligen, berichtet der «Spiegel». Wenn etwa Unternehmen keine
Ressourcen hätten, um ihre Ansprüche geltend zu machen, können sie
diese an Hedgefonds verkaufen. Diese würden dann die Arbeit vor dem
Handelsgericht übernehmen, und das Unternehmen bekomme das Geld
sofort. Allerdings verlangten Hedgefonds einen hohen Abschlag - oft
mehr als 30 Prozent.
