Kommt «Made in Europe»? EU stellt Vorschlag erst später vor

23.02.2026 13:27

Wie kommt die europäische Wirtschaft aus der Misere? Die
EU-Kommission will Vorschläge machen - aber etwas später als zuletzt
angekündigt.

Brüssel (dpa) - Die EU-Kommission wird ihren Vorschlag zur Stärkung
der europäischen Industrie später vorstellen als angekündigt. Nach
den Gesprächen der letzten Tage sei die Präsentation des
Industrie-Beschleunigungsgesetzes (Industrial Accelerator Acts, IAA)
nun für den 4. März geplant, hieß es aus dem Kabinett von
EU-Industriekommissar Stéphane Séjourné. «Wir hoffen, dass diese
zusätzliche Woche interner Diskussionen dazu beitragen wird, den
Vorschlag noch solider zu machen.» 

Für das neu geplante Gesetz kann die EU-Kommission einen Vorschlag
vorlegen. Das Europäische Parlament und die europäischen Staats- und
Regierungschefs beraten dann darüber und können Änderungen
durchsetzen. Ohne ihre Zustimmung kann der Vorschlag nicht Recht
werden. Ziel ist es, die angeschlagene Wirtschaft in der Europäischen
Union wettbewerbsfähiger zu machen. Zuletzt war die Vorstellung für
diese Woche vorgesehen.

«Made in Europe» für strategische Sektoren

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kündigte an, dass der
Vorschlag der Kommission unter anderem eine europäische Bevorzugung
für strategische Sektoren enthalten werde. Konkrete Sektoren und eine
genaue Ausgestaltung nannte sie nicht. Um den sogenannten
Made-in-Europe- beziehungsweise Buy-European-Ansatz, mit dem bei
öffentlichen Investitionen europäische Produkte bevorzugt werden
könnten, gibt es Diskussionen. 

So bewertete Bundeskanzler Friedrich Merz weitreichende Vorschläge
Frankreichs für ein verpflichtendes «Made in Europe»-Prinzip
kritisch, mit dem europäische Anbieter bei öffentlichen Investitionen
bevorzugt würden. Derartige Vorgaben sollten nur für kritische,
strategisch wichtige Sektoren und auch nur als letztes Mittel
eingesetzt werden, forderte der CDU-Vorsitzende.

Mehrheit fände «Made in Europe»-Vorgaben für Firmen gut

In einer repräsentativen Erhebung im Auftrag der IG Metall stimmten
zuletzt 70 Prozent der Befragten in Deutschland der Aussage zu:
«Unternehmen, die Produkte auf dem europäischen Markt verkaufen,
sollten gesetzlich verpflichtet werden, einen Teil ihrer Produktion
auch in der EU anzusiedeln.»