Selenskyj drängt auf Freigabe von EU-Kreditpaket
24.02.2026 14:07
Die Ukraine wartet auf Milliardenhilfen der EU. In einer Ansprache
vor EU-Abgeordneten äußert sich der ukrainische Präsident Selenskyj
dazu.
Brüssel (dpa) - Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat auf
die Verabschiedung des milliardenschweren Kreditpakets der
Europäischen Union für die Ukraine gepocht, das Ungarn derzeit
blockiert. «Dies ist eine echte finanzielle Garantie für unsere
Sicherheit und unsere Widerstandsfähigkeit, und es muss umgesetzt
werden», sagte Selenskyj in einer Videoansprache vor dem Europäischen
Parlament in Brüssel. «Ich danke allen, die daran arbeiten, dies
möglich zu machen», fügte er hinzu.
Geplant war eigentlich, zum heutigen vierten Jahrestag der russischen
Invasion den Weg für die Finanzhilfen endgültig freizumachen. Das
EU-Parlament hatte bereits zugestimmt. Doch das Darlehen konnte an
diesem Dienstag nicht vom Ministerrat gebilligt werden, weil Ungarn
ein Veto einlegte. Die Regierung unter Ministerpräsident Viktor Orban
begründet die Haltung damit, dass Ungarn derzeit über die durch die
Ukraine führende Druschba-Pipeline kein russisches Öl mehr bekommt.
Darüber hinaus verweigert das Land die Zustimmung zum 20.
Sanktionspaket der EU gegen Russland.
Die Unterstützung in Form von Darlehen soll sich bis Ende 2027 auf
bis zu 90 Milliarden Euro belaufen und der Ukraine eine Fortsetzung
des Abwehrkampfes gegen die russischen Angreifer ermöglichen.
Vermutlich wird nun bloß ein 100 Millionen Euro schweres
Nothilfe-Paket für die Energiesicherheit der Ukraine angekündigt
werden können.
Selenskyj bekräftigt Forderung nach festem EU-Beitrittstermin
In seiner Rede betonte Präsident Selenskyj außerdem, dass es für die
Ukraine wichtig sei, einen klaren Termin für einen EU-Beitritt zu
erhalten. Ohne diesen werde der russische Präsident Wladimir Putin
einen Weg finden, die EU-Mitgliedschaft der Ukraine über Jahrzehnte
zu blockieren, «indem er die EU spaltet, indem er Europa spaltet».
Eine Zusage für die Forderung nach einem Datum im nächsten Jahr gibt
es seitens der EU bisher nicht. Die Spitzen der EU, die Kiew zum
Kriegs-Jahrestag besuchten, bescheinigten der Ukraine lediglich
Fortschritte bei den Reformen für einen EU-Beitritt und sicherten dem
Land weitere Unterstützung auf dem Weg zu einer Mitgliedschaft zu.
