Orban beharrt auf russischem Öl vor Ukraine-Hilfen
24.02.2026 14:08
Ungarns Regierungschef Orban bleibt im Streit mit der Ukraine um Öl
aus Russland bei seiner Position: Ohne Lieferungen über die
Druschba-Pipeline gibt es keine Unterstützung für Kiew.
Budapest (dpa) - Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban bekräftigt
die Blockade wichtiger EU-Finanzhilfen für Kiew, solange sein Land
kein russisches Öl über die durch die Ukraine führende
Druschba-Pipeline bekommt. In einem Brief an den EU-Ratspräsidenten
António Costa, den Orban auch in den sozialen Medien veröffentlichte,
schrieb er: «Fakten sind Fakten: Es gibt keine technischen
Hindernisse für einen Neustart der Öl-Lieferungen an Ungarn über die
Druschba-Pipeline. Dazu ist nur eine politische Entscheidung der
Ukraine notwendig.»
Seit Ende Januar fließt kein Erdöl mehr über die Pipeline aus
Russland nach Ungarn. Nach ukrainischer Darstellung liegt dies daran,
dass diese Leitung durch russische Angriffe beschädigt sei. Hingegen
behauptete Ungarns Regierung mehrfach, dass die Pipeline intakt sei,
Kiew aber den Öl-Durchfluss blockiere.
Orban bezeichnete die Vorgänge und die Haltung der EU in dem Brief
als «Absurdität». «Wir (die EU) treffen eine für die Ukraine
finanziell günstige Entscheidung, die ich persönlich missbillige,
danach erschafft die Ukraine eine Notfallsituation auf dem
Energiesektor in Ungarn und Sie verlangen von mir so zu tun, als sei
nichts geschehen. Das ist nicht möglich», schrieb er an Costa. «Ich
bin nicht in der Lage, jedwede Entscheidung zugunsten der Ukraine zu
unterstützen, bevor sie (die Ukrainer) zur Normalität zurückkehren.
»
Orban pflegt seit Langem gute Beziehungen zu Kreml-Chef Wladimir
Putin. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine
versucht er, Sanktionen Brüssels gegen Russland und EU-Hilfen für
Kiew zu blockieren.
