Westen sagt Ukraine weitere Unterstützung zu

24.02.2026 16:23

Westliche Staaten sichern der Ukraine zum Jahrestag der Invasion
weitere Unterstützung zu. Luftverteidigung und Druck auf Russland
stehen im Fokus der Beratungen.

Kiew/Paris (dpa) - Westliche Unterstützer haben der Ukraine zum
vierten Jahrestag der russischen Invasion weitere Hilfe bei ihrem
Abwehrkampf zugesichert. «Die Luftverteidigung zum Schutz der Bürger
hat absolute Priorität», sagte der britische Premierminister Keir
Starmer bei Beratungen der sogenannten «Koalition der Willigen», an
denen etliche westliche Staatschefs in Kiew teilnahmen oder
zugeschaltet wurden. «Wir müssen den Druck auf Russland und seine
Kriegswirtschaft erhöhen», sagte Starmer.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, der das Treffen mit Starmer
per Videoschalte leitete, warb für ein verstärktes Vorgehen gegen die
sogenannte russische Schattenflotte, die Russland zur Vermeidung von
Sanktionen etwa beim Öltransport einsetzt.

Selenskyj will Europäer am Verhandlungstisch

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj pochte auf eine
Einbindung der Europäer in die von den USA angeschobenen
Verhandlungen über einen möglichen Friedensschluss. «Wir brauchen
Europa in den Verhandlungen. Wir tun alles, was wir können, um die
Europäer so weit wie möglich einzubeziehen, und wir zählen auf Ihre
Führungsrolle in diesem gesamten Verhandlungsprozess.» 

In einer Erklärung rief die Koalition aus über 35 Ländern Russland
zwar zu konstruktiven Verhandlungen und einem bedingungslosen
Waffenstillstand auf, Teilnehmer äußerten sich aber skeptisch. «Wir
brauchen Frieden, aber wir müssen uns auf alle weiteren
Herausforderungen seitens Russlands vorbereiten», sagte Selenskyj.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) erklärte in einer
englischsprachigen Videobotschaft: «Wir müssen uns darüber im Klaren

sein, dass dieser Krieg erst dann enden wird, wenn Putin erkennt,
dass er nicht gewinnen kann. Deshalb müssen wir den Druck auf
Russland erhöhen. Wir müssen Moskaus Kriegsfinanzierung austrocknen.»