Reiche beschwert sich über Arbeit der EU-Kommission

26.02.2026 11:40

Die EU-Kommission von Ursula von der Leyen hat sich auf die Fahnen
geschrieben, Bürokratie abzubauen. Die deutsche Wirtschaftsministerin
sagt: Das Gegenteil passiert.

Brüssel (dpa) - Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat
scharfe Kritik an der Europäischen Kommission unter ihrer
Parteikollegin Ursula von der Leyen geäußert. «Der Industrial
Accelerator Act ist der 50. Vorschlag, parallel zu schon 49
existierenden, wie europäisch beschafft werden soll», sagte die
Politikerin in Brüssel. Das könne «keiner mehr überblicken». Der

erwartete Vorschlag für ein Gesetz zur Stärkung der Industrie
enthalte außerdem 30 zusätzliche Subregelungen. «Das ist zu
kompliziert.» 

Reiche sagte bei einem Treffen der für Wettbewerbsfähigkeit
zuständigen europäischen Minister: «Das ist das Gegenteil von
Entbürokratisierung. Wir brauchen mehr Freiräume, wir brauchen mehr
Spielräume und weniger Regeln aus Brüssel.» 

«Made with Europe»

In der EU wird darüber diskutiert, ob mit öffentlichen Geldern
bevorzugt europäische Produkte und Dienstleistungen gekauft werden
sollen. Reiche kritisierte, dass ein solcher «Made in Europe»-Ansatz
die Beziehungen zu anderen Ländern negativ beeinflussen würde. Man
könne ja nicht «Partner wie Kanada einladen, mit uns zu handeln» und

gleichzeitig sagen: «Wir kaufen nur noch europäisch». Sie sprach sich

für einen «Made with Europe»-Ansatz aus, der auch Produkte von
Handelspartnern einschließen würde. 

Kritik an der Arbeit der Kommission wird auch in einem
Positionspapier deutlich, das Reiche und neun europäische Kollegen
abgestimmt haben. Überschneidungen und Widersprüche in Regelungen
müssten beseitigt werden, heißt es darin unter anderem.