Waffen aus dem 3D-Drucker: EU-Kommission will neue Regeln

26.02.2026 14:36

Per Mausklick zur Pistole? Die EU-Kommission sieht eine reale Gefahr
in der neuen Technologie und will dafür strengere Regeln. Was in dem
Vorschlag aus Brüssel steckt.

Brüssel (dpa) - Die EU-Kommission schlägt eine neue Regulierung von
Waffen aus dem 3D-Drucker vor. Wer Baupläne dafür online stellt oder
anders illegal verbreitet, soll dem Vorschlag nach mit mindestens
zwei Jahren Freiheitsentzug bestraft werden. Auch wer eine Blaupause
für eine Waffe aus dem 3D-Drucker ohne Genehmigung erstellt, erwirbt
oder besitzt, macht sich dem Vorschlag nach strafbar.

EU-Innenkommissar Brunner: Lücke im Gesetz schließen

«Organisierte Kriminelle und Terroristen nutzen neue Technologien und
Lücken in unseren Gesetzen aus, um Gewalt, Terror und Kriminalität zu
verbreiten», teilte EU-Innenkommissar Magnus Brunner mit. Mit
EU-weiten Richtlinien schließe man diese Lücken und mache Europa
sicherer, fügte der österreichische Politiker hinzu.

Bislang gibt es in Deutschland und den anderen Mitgliedstaaten der
Union Waffengesetze, aber keine speziellen Regeln für Blaupausen für
den 3D-Drucker. Die neue Technologie stellt laut EU-Kommission eine
wachsende Sicherheitsbedrohung dar.

Mehrere Funde bei Rechtsextremen in Europa

Immer wieder versuchen Kriminelle, sich Waffen zu drucken. Im
vergangenen Jahr verurteilte ein Gericht in Hessen einen 20-Jährigen
wegen rechtsextremistischer Anschlagspläne, für die er laut
Urteilsbegründung per 3D-Drucker schon «wesentliche Teile einer
automatischen Maschinenpistole» hergestellt hatte. Auch in Portugal
und Großbritannien tauchten bei Ermittlungen gegen rechtsextreme
Gruppen bereits gedruckte Waffenteile auf.

Die vorgeschlagene Richtlinie zur Verschärfung der Waffengesetze in
den Mitgliedstaaten sieht zudem vor, die Mindeststrafe für den Besitz
illegaler Feuerwaffen auf EU-weit fünf Jahre festzulegen. Für den
Handel und die Herstellung soll es demnach mindestens acht Jahre
geben. Die EU-Staaten und das Europaparlament müssen sich mit den
Vorschlägen noch befassen, bevor sie in den Mitgliedstaaten umgesetzt
werden könnten.

Neue Strategie gegen Terrorismus vorgestellt 

Neben den Vorschlägen zum Waffengesetz präsentierte die EU-Kommission
auch, wie sie Terrorismus vorbeugen will. Dabei soll ein Fokus
besonders auf der Radikalisierung im Internet liegen. Die Brüsseler
Behörde unterstützt dafür ein Projekt mit fünf Millionen Euro, das

Fachleuten aus der Zivilgesellschaft mit digitalen Kompetenzen für
wirksame Online-Interventionen ausstatten soll.