Fico wirft Ukraine Unwille zur Zusammenarbeit vor

27.02.2026 20:38

Seit einem Monat bekommt die Slowakei kein Öl aus Russland. Der
Ukraine wirft Fico vor, den Transit über die Druschba-Pipeline
absichtlich zu blockieren.

Bratislava/Kiew (dpa) - Im Streit um russische Öllieferungen über die
durch die Ukraine führende Pipeline Druschba hat der slowakische
Regierungschef Robert Fico Kiew vorgeworfen, nicht bereit zu einer
Zusammenarbeit zu sein. Nach einem Telefonat mit dem ukrainischen
Präsidenten Wolodymyr Selenskyj schrieb der Linksnationalist auf
Facebook: «Aus dem Gespräch mit dem ukrainischen Präsidenten W.
Selenskyj habe ich den eindeutigen Eindruck gewonnen, dass die
ukrainische Seite kein Interesse daran hat, den Öltransit durch ihr
Gebiet zu erneuern.»

Zuvor hatte das Präsidentenbüro in Kiew das Telefonat bestätigt. «D
er
Präsident lud ihn in die Ukraine ein, um alle Probleme zu
besprechen», hieß es. Ein derartiges Treffen gab es bereits im
vergangenen September im westukrainischen Uschhorod nahe der
slowakischen Grenze.

Slowakei und Ungarn von russischem Öl abhängig

Über die Druschba-Pipeline wurde bis Ende Januar Öl aus Russland über

die Ukraine nach Ungarn und in die Slowakei geliefert. Die
Lieferungen über diese Pipeline wurden der Ukraine zufolge
abgebrochen, nachdem sie durch russische Angriffe beschädigt worden
war. Ungarn und die Slowakei behaupten, dass der Abbruch der
Lieferungen nicht an technischen Problemen liege, sondern an einer
politischen Entscheidung in Kiew. Die Leitung sei nach ihren
Geheimdienstinformationen bereits ausreichend repariert, heißt es in
Budapest und Bratislava.

Fico schlug nun vor, eine Untersuchungskommission aus Vertretern
Ungarns, der Slowakei, Ukraine und der EU einzurichten, die den
Zustand der Pipeline überprüfen soll. Einen ähnlichen Vorschlag hatte

zuvor Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban gemacht. Fico erinnerte
zudem an eine mit der EU und der Ukraine vereinbarte Ausnahmeregelung
von den EU-Sanktionen gegen Russland, die der Slowakei und Ungarn
wegen ihrer Abhängigkeit vorerst den Import von russischem Erdöl
erlauben.