EU-Rat ruft Afghanistan und Pakistan zur Deeskalation auf

28.02.2026 02:53

Der Konflikt zwischen den beiden Nachbarländern spitzt sich zu. Bei
gegenseitigen Angriffen gibt es Tote und Verletzte. Nun meldet sich
die EU zu Wort.

Brüssel (dpa) - Angesichts der Eskalation der Spannungen zwischen den
Nachbarländern Afghanistan und Pakistan hat der Rat der Europäischen
Union alle Akteure «zu einer sofortigen Deeskalation und zur
Einstellung der Feindseligkeiten» aufgerufen. Die Gewalt könnte
«schwerwiegende Folgen für die Region haben», warnte der EU-Rat in
einer Stellungnahme zu dem Konflikt.

Das afghanische Hoheitsgebiet dürfe nicht dazu genutzt werden, andere
Länder zu bedrohen oder anzugreifen, hieß es weiter. Die EU fordere
die afghanischen Machthaber auf, «wirksame Maßnahmen gegen alle
terroristischen Gruppen zu ergreifen, die in oder von Afghanistan aus
operieren».

«Wir fordern beide Seiten nachdrücklich auf, in einen Dialog zu
treten», heißt es in der Mitteilung. Das Völkerrecht müsse von alle
n
Akteuren eingehalten und die Zivilbevölkerung geschützt werden.

Lage eskaliert

Nach afghanischen Angriffen auf pakistanische Stellungen im
Grenzgebiet am Donnerstagabend flog Islamabad am Freitag Luftangriffe
auch auf die beiden größten afghanischen Städte, Kabul und Kandahar.

Beide Seiten meldeten Tote und Verletzte. Die in Kabul regierenden
islamistischen Taliban pochten nach den Attacken auf eine Lösung
durch Dialog, während Pakistan klare Forderungen an Afghanistan
stellte, damit die Kämpfe eingestellt würden.

Die Beziehungen zwischen den beiden Nachbarländern haben sich in den
vergangenen Monaten aufgrund von Vorwürfen aus Pakistan
verschlechtert, Kabul beherberge Terroristen, die in Pakistan
Anschläge verüben. Kabul bestreitet das vehement. Der Konflikt flammt
immer wieder in Form direkter militärischer Konfrontationen auf.
Vermittlungen für einen nachhaltigen Frieden waren nach Gefechten und
Angriffen im vergangenen Herbst gescheitert.