EU sagt wegen Krieg weiteres Ministertreffen in Zypern ab
02.03.2026 22:13
Der EU-Inselstaat Zypern liegt nur etwa 1.000 Kilometer Luftlinie von
der iranischen Grenze entfernt. Drohnen-Vorfälle haben nun erhebliche
Konsequenzen.
Brüssel (dpa) - Die EU verschiebt wegen des Iran-Kriegs ein weiteres
in Zypern geplantes Ministertreffen. Wie die derzeitige zyprische
EU-Ratspräsidentschaft am Abend mitteilte, werden die Kulturminister
nicht wie ursprünglich vorgesehen an diesem Donnerstag und Freitag in
dem Inselstaat im östlichen Mittelmeer zusammenkommen. Zuvor war
bereits ein für diesen Montag und Dienstag terminiertes
Europaministertreffen abgesagt worden.
Hintergrund der Entscheidung sind die Sicherheitslage und mögliche
Beeinträchtigungen des Luftverkehrs in der Region durch den
Iran-Krieg. In der Nacht zum Montag war der auf Zypern gelegene
britische Luftwaffenstützpunkt Akrotiri mit einer Drohne vom
iranischen Bautyp «Shahed» angegriffen worden. Am Nachmittag wurden
dann nach Regierungsangaben zwei weitere unbemannte Luftfahrzeuge
abgefangen.
Zu möglichen Hintergründen oder Verantwortlichen lagen zunächst keine
gesicherten Erkenntnisse vor. Ein Zusammenhang mit dem Iran-Krieg
gilt allerdings als sehr wahrscheinlich. Großbritannien beteiligt
sich im Nahen Osten an einem defensiven Militäreinsatz gegen den
Iran. Verteidigungsminister John Healey zufolge schießen britische
Flugzeuge Drohnen und Raketen ab, wenn sie diese entdecken. Die
Einsätze starten demnach unter anderem in Bahrain und auf Zypern.
Großbritannien unterhält dort Militärstützpunkte.
