Inflationsrate steigt in der Eurozone auf 1,9 Prozent

03.03.2026 14:12

Noch bewegt sich die Inflation im angestrebten Bereich. Doch der
starke Anstieg der Energiepreise wegen des Iran-Kriegs könnte schon
im März die Teuerung spürbar hoch treiben. Das beschäftigt die EZB.

Luxemburg (dpa) - In der Eurozone ist die Inflationsrate schon vor
der Eskalation im Nahen Osten unerwartet gestiegen. Im Februar legten
die Verbraucherpreise im Jahresvergleich um 1,9 Prozent zu, wie das
Statistikamt Eurostat in Luxemburg nach einer ersten Schätzung
mitteilte. Im Januar hatte die Rate noch bei 1,7 Prozent gelegen.
Volkswirte hatten im Schnitt mit einer unveränderten Rate gerechnet.
Die Europäischen Zentralbank (EZB) strebt mittelfristig 2 Prozent an,
sie hatte zuletzt die Leitzinsen nicht angetastet.

Die EZB, die am 19. März wieder über die Leitzinsen im Euroraum
entscheidet, warnt vor Risiken für die Inflation wegen des
Iran-Kriegs. Ein Sprung der Energiepreise sorge grundsätzlich für
Aufwärtsdruck bei der Inflation und der Konflikt würde sich negativ
auf die Konjunktur auswirken, sagte EZB-Chefvolkswirt Philip Lane der
«Financial Times». «Eine Eskalation des Konflikts im Nahen Osten ist

eines der wichtigsten Risikoszenarien, die von der EZB beobachtet
werden.»

Preisanstieg bei Dienstleistungen

Getrieben wurde die Inflation in der Eurozone im Februar von
gestiegenen Preisen für Dienstleistungen. Diese legten um 3,4 Prozent
im Jahresvergleich zu - nach 3,2 Prozent im Vormonat. Die Preise für
Lebens- und Genussmittel kletterten um 2,6 Prozent. 

Die Energiepreise haben die Entwicklung weniger gedämpft als zuvor.
Diese sanken im Jahresvergleich um 3,2 Prozent. Im Vormonat hatte der
Rückgang bei 4,0 Prozent gelegen. «Bereits in den letzten beiden
Monaten hatten die Spannungen zwischen den USA und dem Iran den
Ölpreis deutlich steigen lassen», sagte Vincent Stamer, Volkswirt bei
der Commerzbank.

Steigende Öl- und Gaspreise als Inflationsgefahr

Die Kernrate der Inflation, bei der besonders schwankungsanfällige
Komponenten wie Energie und Nahrungsmittel herausgerechnet werden,
stieg von 2,2 Prozent auf 2,4 Prozent. Volkswirte hatten mit einer
unveränderten Rate gerechnet. Im Vergleich zum Vormonat stiegen die
Preise insgesamt um 0,7 Prozent. Die Kernverbraucherpreise legten um
0,8 Prozent zu.

Ökonomen sehen im Iran-Krieg angesichts steigender Rohöl- und
Erdgaspreise eine Gefahr für die künftige Preisentwicklung. «Sollte
sich der Iran-Krieg weiter fortsetzen, dürfte die Inflation im
Euroraum auch über den Erwartungen der EZB liegen», schreibt Stamer.
Eine Leitzinserhöhung erwartet er aber nicht. «Stattdessen dürfte die

Zentralbank durch die kurzfristigen Energiepreiseffekte
«hindurchsehen» und sich noch stärker auf die Kernrate
konzentrieren.»