Merz zu Trump: Handelsvertrag mit der EU oder gar nicht
03.03.2026 23:41
Vor der Kamera zeigten sich Bundeskanzler Merz und US-Präsident Trump
vergleichsweise harmonisch. Bei einem Mittagessen sollen dann nach
Darstellung des CDU-Politikers klarere Worte gefallen sein.
Washington (dpa) - Bundeskanzler Friedrich Merz ist Drohungen von
US-Präsident Donald Trump, die Wirtschaftsbeziehungen zu Spanien zu
kappen, entschieden entgegengetreten. «Ich habe ihm sehr deutlich
gesagt: Du kannst hier keinen isolierten Vertrag mit Deutschland
abschließen oder einen Vertrag mit ganz Europa, aber Spanien nicht.
Hier sitzen wir alle zusammen in einem Boot», sagte der CDU-Politiker
in den ARD-«Tagesthemen» nach einem Treffen mit Trump in Washington.
Trump hatte bei einer öffentlichen Begegnung mit Merz vor
Journalisten scharfe Kritik an Madrid geübt. «Einige europäische
Länder wie Spanien haben sich schrecklich verhalten», sagte er mit
Blick auf die US-Angriffe auf den Iran. «Spanien hat tatsächlich
gesagt, dass wir ihre Stützpunkte nicht nutzen dürfen.» Als Reaktion
darauf kündigte Trump an, er werde den Handel mit Spanien
einstellen.
Merz: Kein Weg, Spanien besonders schlecht zu behandeln
Mit Blick auf den US-Zollkonflikt mit der EU betonte Merz vor der
Presse, dass Spanien Mitglied der Europäischen Union sei: «Und als
solches führen wir Verhandlungen über ein Zollabkommen mit den USA
nur gemeinsam oder gar nicht», sagte er. Es gebe keinen Weg, Spanien
besonders schlecht zu behandeln.
Verhandlungen zum EU-Binnenmarkt führt die EU-Kommission im Namen
aller 27 Mitglieder. Einzelne Mitgliedstaaten wie Deutschland können
laut EU-Verträgen keine eigenständigen Handelsabkommen mit
Drittstaaten wie den USA abschließen.
