Zoff um Iran-Krieg: EU warnt Trump vor Embargo gegen Spanien
04.03.2026 14:26
Trump droht Spanien wegen mangelnder Unterstützung für den Iran-Krieg
mit einem Handelsstopp. Aus Brüssel
Brüssel (dpa) - Die EU hat US-Präsident Donald Trump davor gewarnt,
Spanien wegen mangelnder Unterstützung für den Iran-Krieg mit einem
Handelsembargo zu belegen. «Wir stehen in voller Solidarität mit
allen Mitgliedstaaten und ihren Bürgerinnen und Bürgern und sind im
Rahmen unserer gemeinsamen Handelspolitik bereit zu handeln, falls
dies erforderlich ist, um die Interessen der EU zu wahren», sagte ein
Sprecher der EU-Kommission von Ursula von der Leyen. Man erwarte,
dass sich die Vereinigten Staaten an die im vergangenen Jahr
vereinbarten Handelsabsprachen hielten.
EU-Ratspräsident António Costa teilte nach einem Gespräch mit dem
spanischen Regierungschef Pedro Sánchez mit, die EU werde
sicherstellen, dass die Interessen ihrer Mitgliedstaaten
vollumfänglich geschützt würden. Man bekräftige das unerschütterl
iche
Engagement für die Prinzipien des Völkerrechts und die auf Regeln
basierende Ordnung überall auf der Welt.
Trump hatte am Dienstag bei einem Pressetermin zum Besuch von
Bundeskanzler Friedrich Merz im Weißen Haus gesagt: «Wir werden
jeglichen Handel mit Spanien einstellen. Wir wollen nichts mit
Spanien zu tun haben.» Er begründete den Schritt damit, dass Spanien
den USA untersagt habe, Militärstützpunkte für den Krieg gegen den
Iran zu nutzen. Die Regierung in Madrid begründet ihr Vorgehen damit,
dass der Krieg aus ihrer Sicht völkerrechtswidrig ist.
Sollte Trump wirklich ein Embargo gegen Spanien verhängen, könnte die
EU ihr Instrument gegen wirtschaftliche Zwangsmaßnahmen nutzen.
Dieses könnte es ermöglichen, US-Unternehmen von der Vergabe
öffentlicher Aufträge auszuschließen oder Digitalkonzerne wie Apple,
Microsoft, Google, Meta mit Zusatzabgaben zu belegen.
