Steuerbetrug mit Luxusautos: Festnahmen bei EU-weiter Razzia

04.03.2026 14:28

Großaktion gegen Steuerbetrug: In neun EU-Ländern durchsuchen Beamte
Objekte. Die Köpfe des weit verzweigten Netzwerks sollten in
Deutschland sitzen.

Luxemburg (dpa) - Bei EU-weiten Razzien wegen mutmaßlichen
Steuerbetrugs in Millionenhöhe bei Autoverkäufen hat es mehr als 150
Durchsuchungen in Deutschland und acht weiteren Ländern gegeben. Neun
Verdächtige - vier in Deutschland und fünf in Tschechien - seien
festgenommen worden, teilte die Europäische Staatsanwaltschaft (Eppo)
in Luxemburg mit. Der Steuerschaden werde auf 103 Millionen Euro
geschätzt. 

Die Einsatzkräfte beschlagnahmten laut Mitteilung Luxuswagen,
Bargeld, Kunstwerke und weitere Vermögenswerte im Wert von mehr als
13,5 Millionen Euro. Auch in Österreich, Bulgarien, Kroatien,
Tschechien, Ungarn, Italien und Polen sowie in der Slowakei habe es
Durchsuchungen gegeben. Die Aktionen seien von den Eppo-Außenstellen
in Berlin und Köln sowie Prag geleitet worden, hieß es. Mehr als
1.100 Ermittlerinnen und Ermittler waren demnach beteiligt.

Vorwurf: Durch ausgeklügeltes System Staat um Steuern betrogen

Hauptverdächtige sind laut der europäischen Behörde die Eigentümer

einer Gruppe von Autohäusern in Berlin und dem
nordrhein-westfälischen Iserlohn. Dort wurden mehrere Objekte
durchsucht. Die Eigentümer sollen die Köpfe eines über mehrere
EU-Länder verzweigten kriminellen Netzwerks sein.

Die Verdächtigen sollen durch ein ausgeklügeltes System, ein
sogenanntes Umsatzsteuerkarussell, die Staaten um Steuern betrogen
haben. Dabei sollen sie über Briefkastenfirmen unrechtmäßig die
Zahlung der Umsatzsteuer vermieden und sich an anderer Stelle Steuern
erstattet lassen haben. Die vorgeworfenen Straftaten erstrecken sich
laut Eppo über den Zeitraum von 2017 bis 2025.

Die Europäische Staatsanwaltschaft ist die unabhängige
Staatsanwaltschaft der Europäischen Union. Sie ist verantwortlich für
die Verfolgung von Straftaten gegen die finanziellen Interessen der
EU und befasst sich unter anderem mit Fällen von Steuerbetrug,
Geldwäsche, Zollbetrug oder Veruntreuung von EU-Mitteln.