EU-Kommission sieht Gas- und Öl-Versorgung nicht in Gefahr
04.03.2026 15:11
Der Krieg im Iran wirkt sich auch auf Energielieferungen in die EU
aus. Die Europäische Kommission beobachtet dies genau - und macht
sich Sorgen um Preise.
Brüssel (dpa) - Die Europäische Kommission sieht infolge des
Iran-Kriegs die Versorgung mit Öl und Gas nicht unmittelbar
gefährdet. Bezüglich der Gasversorgung bestehe derzeit keine Sorge
vor einem Engpass, äußerte die Behörde einer EU-Beamtin zufolge beim
Treffen einer Expertengruppe. Allerdings werde die Lage engmaschig
bewertet. Die Speicherstände in der Staatengemeinschaft seien stabil
bei rund 30 Prozent, in den letzten Tagen sein keine größeren
Entnahmen verzeichnet worden.
Die USA blieben weiterhin der größte LNG-Lieferant für Europa, diese
Lieferungen seien von der Lage im Nahen Osten nicht betroffen.
Insgesamt sei Europa viel breiter aufgestellt als noch vor ein paar
Jahren.
Ebenso kam die Öl-Expertengruppe der EU zusammen. Auch hier sieht die
Europäische Kommission einer EU-Beamtin zufolge bisher keine
unmittelbaren Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit, aber die
indirekten Auswirkungen auf die Preise könnten erheblich sein.
Hauptsorgen seien die Preisentwicklung und die Dauer der aktuellen
Situation: Kurzfristige Hindernisse beim Transport seien relativ
leicht zu bewältigen, aber wenn die Lage über einen längeren Zeitraum
anhalte, könnten Versorgungsrisiken und höhere Preise entstehen.
Derzeit würden grundsätzlich 9 Prozent des Rohöls für die EU durch
die Straße von Hormus transportiert, die derzeit aber de facto
geschlossen sei. 40 Prozent der EU-Importe von Diesel und
Flugtreibstoff passierten diese Route.
