IOM-Chefin warnt vor Migrationskrise durch Iran-Krieg

05.03.2026 02:00

Der Krieg in Iran hat bereits viele Menschenleben gefordert. Könnte
er auch zu einer Massenflucht führen? Die Chefin der UN-Organisation
für Migration, Amy Pope, rät zur Notfallplanung.

Brüssel (dpa) - Wegen des Iran-Kriegs warnt die Chefin der
UN-Organisation für Migration (IOM) Europa vor einer Migrationskrise,
die sich binnen Tagen entwickeln könnte. «Schauen Sie sich das
Beispiel der Ukraine an, wo innerhalb weniger Tage Millionen von
Menschen die Grenze überquert haben», sagte IOM-Chefin Amy Pope im
Interview der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel.

Bei Konflikten nicht weit entfernt von Europa sei es entscheidend,
die Migrationsbewegungen der Menschen genau zu beobachten. «Wir sehen
Menschen, die innerhalb des Landes vertrieben werden. Wir beobachten,
ob und wann diese Vertreibung auf andere Länder übergreifen wird»,
sagte die US-Amerikanerin. «Was wir in der Vergangenheit bei
Angriffen im Iran beobachtet haben, ist, dass sie zunächst die großen
Städte verlassen und zu Familienangehörigen gehen.» 

Entscheidend sei, ob der Konflikt andauere, sich ausweite und dabei
auch zivile Infrastruktur getroffen werde. «Das sind einige der
Auslöser, von denen wir erwarten, dass sie zu mehr
Migrationsbewegungen führen werden», sagte sie.

Pope: Notfallpläne ausarbeiten 

Die IOM-Chefin rät dazu, sich auf verschiedene Szenarien
vorzubereiten. «Es ist unglaublich wichtig, mit der Ausarbeitung von
Notfallplänen zu beginnen», betonte Pope. Zunächst müsse geplant
werden, welche Unterstützung Nachbarländer wie die Türkei bei den
Aufnahmen von ersten Flüchtlingen bräuchten. 

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hatte am Mittwoch im
ZDF-«Morgenmagazin» gesagt, man sehe derzeit keine zusätzlichen
Fluchtbewegungen aus dem Iran in Richtung Deutschland. Auch
EU-Migrationskommissar Magnus Brunner hatte am Montag mitgeteilt,
dass die EU-Kommission keine größeren Bewegungen an den Außengrenzen

Irans beobachte.