EU-Chefdiplomatin warnt: Iran-Krieg könnte Putin helfen

05.03.2026 12:06

Füllen steigende Ölpreise Putins Kriegskasse? Die EU-Außenbeauftragte

Kaja Kallas warnt vor unerwünschten Nebenwirkungen der Angriffe der
USA und Israels auf den Iran.

Brüssel (dpa) - Der Anstieg der Energiepreise infolge des Iran-Kriegs
droht nach Einschätzung der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas dem
russischen Präsidenten Wladimir Putin in die Hände zu spielen. «Wenn

der Ölpreis steigt, nützt das Russland bei der Finanzierung seines
Krieges», sagte Kallas in Brüssel mit Blick auf Russlands Invasion in
die Ukraine. Wichtig sei deswegen, dass ein geplantes Verbot
maritimer Dienstleistungen für Schiffe umgesetzt werde, die
russisches Öl befördern. Dieser Schritt könne Russlands Öleinnahmen

wirksam beschneiden.

Kallas äußert sich zudem auch wegen anderer Nebenwirkungen des
Iran-Krieges besorgt. Es gebe deutliche Auswirkungen, weil
Verteidigungsfähigkeiten, die in der Ukraine benötigt würden, sich
nun in Richtung Naher Osten verlagerten, erklärte sie. Man sehe etwa,
dass jeder Luftverteidigung brauche. «Die Ukraine braucht sie, und
auch die Länder im Nahen Osten brauchen sie.»

Kallas äußerte sich am Rande einer Videokonferenz mit Außenministern

aus EU-Staaten und Kollegen aus Golf-Staaten. Bei ihr sollte es vor
allem um eine enge Koordinierung bei der Krisenbewältigung gehen.

Die gleichen Drohnen greifen Kiew an

«Der Iran exportiert den Krieg und versucht, ihn auf so viele Länder
wie möglich auszuweiten, um Chaos zu säen», sagte Kallas. Sie verwies

dabei darauf, dass auch die Ukraine den Golfstaaten Unterstützung
leisten könnte. Bei den aktuellen Angriffen im Nahen Osten sehe man
die gleichen Drohnen, die täglich Kiew attackierten, sagte sie. Die
Ukraine könne deswegen theoretisch ihre vorhandene Expertise bei
Schutz- und Abwehrmaßnahmen mit den Golf-Staaten teilen.

Zu den Aussichten auf einen möglichen demokratischen Übergang im Iran
durch den Krieg äußerte sich Kallas verhalten optimistisch. Es gebe
sicherlich Risiken wegen möglicher Bürgerkriege innerhalb des Irans,
sagte sie. Das Regime sei aber erheblich geschwächt worden. Dies
eröffne auch Chancen für das iranische Volk, tatsächlich selbst übe
r
seine eigene Zukunft zu entscheiden.