Wadephul sieht EU nach US-Kritik nicht vor Spaltung

05.03.2026 12:22

Frankreich und Spanien sind wegen ihrer Haltung zum Angriff auf den
Iran US-Kritik ausgesetzt. Nach Unmut in Madrid gegenüber Berlin
betont der deutsche Außenminister Einigkeit.

Berlin (dpa) - Außenminister Johann Wadephul sieht Europa ungeachtet
der unterschiedlichen Haltung von Frankreich und Spanien zu den
Angriffen der USA und Israels auf den Iran nicht vor der Spaltung.
«Es ist vollkommen klar, dass die EU hier zusammensteht», sagte der
CDU-Politiker bei einem Treffen mit seinem moldauischen Kollegen
Mihai Popsoi in Berlin auf die Frage einer Journalistin. Am Anschluss
wollte Wadephul an einer Schaltkonferenz der EU-Außenministerinnen
und -minister mit den Kollegen aus dem Golf-Kooperationsrat
teilnehmen. 

Die EU-Außenminister verurteilten die iranischen Angriffe - nicht nur
gegen die Golfstaaten, sondern auch die Bedrohung des EU-Mitglieds
Zypern sowie der Türkei als auch bereits Aserbaidschans, sagte
Wadephul. «Wir sind in der Einschätzung der iranischen Bedrohung
vollkommen einer Meinung.»

Zugleich stellte sich Wadephul nach der harschen Kritik von
US-Präsident Donald Trump an Spanien während eines Besuchs von
Kanzler Friedrich Merz (CDU) neuerlich klar hinter Madrid. Spanien
könne sich jederzeit auf die europäische Solidarität und damit auch
auf die deutsche Solidarität verlassen, wenn es darum gehe, dass mit
neuen Handelshemmnissen gedroht werde. «Wir lassen uns dort nicht
spalten, wir stehen auf das Engste miteinander zusammen. Die
Europäische Union hat einen gemeinsamen Binnenmarkt und den werden
wir auch jederzeit gemeinsam verteidigen», sagte Wadephul. 

Wadephul fordert US-Bekenntnis zu Handelsvereinbarungen

Wadephul rief die US-Regierung zugleich auf, sich zu den
Handelsvereinbarungen mit der EU zu bekennen. Zum jetzigen Zeitpunkt
gehe er davon aus, dass alles, was an Handelsvereinbarungen mit den
Vereinigten Staaten ausgehandelt worden sei, auch umgesetzt werden
könne. «Aber wir brauchen natürlich auch die Klarstellung aus den
USA, dass man zu den Verträgen steht», forderte der
Bundesaußenminister. 

Merz hatte bei einem öffentlichen Auftritt mit Trump im Oval Office
im Weißen Haus in Washington zunächst zu der Drohung des
US-Präsidenten geschwiegen, die Wirtschaftsbeziehungen zu Spanien zu
kappen. Dies hatte die spanische Regierung verärgert. Später trat der
Kanzler der Drohung Trumps auch öffentlich entgegen. Spanien und
Frankreich sehen die Angriffe der USA und Israels auf den Iran als
völkerrechtswidrig an.