90 Prozent weniger Emissionen: EU hat neues Klimaschutzziel

05.03.2026 14:17

Im Kampf gegen den Klimawandel setzt die EU sich ein weiteres Ziel
zur Senkung von Treibhausgasemissionen. Gleichzeitig wird eine
Klimaschutzmaßnahme verschoben.

Brüssel (dpa) - In der EU gilt in Kürze ein neues Klimaschutzziel.
Bis 2040 müssen die Treibhausgasemissionen der Staatengemeinschaft um
90 Prozent im Vergleich zu 1990 reduziert werden. Dafür gaben die
EU-Länder in Brüssel das finale grüne Licht. Allerdings kann die
90-Prozent-Marke ab 2036 bis zu einer Obergrenze von 5 Prozent auch
durch das Zukaufen von Klimazertifikaten aus dem Ausland erreicht
werden. Anders als bei dem bisher geltenden Klimaschutzziel müssen
die Emissionsminderungen damit nicht nur auf eigenem Boden
passieren. 

Bundesumweltminister Carsten Schneider bezeichnete die Annahme als
«wegweisenden Beschluss». Die aktuelle Weltlage zeige: «Wer es
schafft, weniger Öl und Gas zu verbrauchen, ist klar im Vorteil», so
der SPD-Politiker. Das 2040-Klimaziel der EU gebe der Wirtschaft
langfristig Wettbewerbsgleichheit und Rückenwind.

Neues Ziel ist Zwischenetappe

In der EU gibt es schon festgeschriebene Klimaziele bis 2030 und
2050, bei dem neuen handelt es sich um eine Zwischenetappe. Bis Ende
dieses Jahrzehnts müssen die Emissionen um 55 Prozent gegenüber 1990
sinken. Bis 2050 will die EU klimaneutral sein, also nicht mehr
Treibhausgase ausstoßen als wieder gebunden werden können.

Gleichzeitig Klimaschutzmaßnahme verschoben

Unterhändler des EU-Parlaments und der Mitgliedstaaten hatten sich
Ende vergangenen Jahres auf das Ziel bis 2040 verständigt, Grundlage
war ein Vorschlag der EU-Kommission. Bei den Verhandlungen wurde sich
auch darauf verständigt, eine umstrittene Maßnahme für mehr
Klimaschutz um ein Jahr zu verschieben: Brennstoffe wie Benzin und
Erdgas werden nun erst ab 2028 und damit ein Jahr später als geplant
in das Handelssystem mit Treibhausgas-Zertifikaten (Emissions Trading
System, ETS) einbezogen. Damit sollen große Preissprünge für
Verbraucher beim Tanken und Heizen vorerst vermieden werden. Beim
Emissionshandel müssen Unternehmen Rechte zum Ausstoß von
Treibhausgasen nachweisen.

Nachdem das Ziel mit der Annahme durch die EU-Staaten nun die letzte
Hürde genommen hat, muss es nun noch im EU-Amtsblatt veröffentlicht
werden. 20 Tage nach der Veröffentlichung tritt es in Kraft und gilt
dann unmittelbar in allen EU-Ländern. Die Europäische Kommission wird
künftig Vorschläge zur Umsetzung des Ziels vorlegen. Berücksichtigt
werden sollen etwa Verfahren, bei denen Kohlendioxid aus der
Atmosphäre entnommen und dauerhaft gespeichert wird.