Social-Media-Verbot? EU-Expertengruppe beginnt Arbeit

05.03.2026 14:53

Ab welchem Alter dürfen Kinder posten, teilen und liken? Eine neue
EU-Expertengruppe sucht Antworten - und könnte die
Social-Media-Regeln für ganz Europa verändern.

Brüssel (dpa) - Eine Expertengruppe berät im Auftrag der
EU-Kommission über ein mögliches Social-Media-Verbot für Kinder und
Jugendliche. Spätestens im Sommer sollen die Fachleute aus
verschiedenen Disziplinen - darunter Kinderrechte, Gesundheit und IT
- Vorschläge für Schutzmaßnahmen vorlegen, wie die Brüsseler Behö
rde
mitteilte.

Die Empfehlungen könnten auch für die deutsche Debatte über ein
Social-Media-Verbot für Kinder entscheidend sein. Denn wer digitale
Altersgrenzen auch technisch durchsetzen will, kommt um die
Online-Plattformen kaum herum. Diesen Regeln vorzuschreiben und sie
durchzusetzen, ist aber die alleinige Zuständigkeit der
EU-Kommission. Deutschland und andere Mitgliedsländer dürfen den
großen Plattformen allein also gar keine zusätzlichen Pflichten, etwa
zur Alterskontrolle, auferlegen.

Deutscher Forscher ist Co-Vorsitzender der Gruppe

Jörg Fegert, ärztlicher Direktor der Klinik für Kinder- und
Jugendpsychiatrie am Universitätsklinikum Ulm, leitet die Gruppe
gemeinsam mit der französischen Forscherin Maria Melchior.

Von der Leyen für Mindestalter

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen eröffnete die erste
Arbeitssitzung. Sie teilte dazu mit, man müsse mehr tun, um junge
Menschen im Internet zu schützen und zu stärken. «Aus diesem Grund
habe ich dieses Gremium einberufen: um einen starken, realistischen
europäischen Ansatz zu entwickeln, der die Sicherheit unserer Kinder
im digitalen Zeitalter gewährleistet», sagte die deutsche
Politikerin.

Von der Leyen hatte die Debatte um die Einführung eines Mindestalters
für soziale Medien im September 2025 befeuert und sich dafür
ausgesprochen. Sie verglich die Maßnahme damals mit
Altersbeschränkungen beim Konsum von Alkohol und Tabak.