Greenpeace: Shein verkauft trotz Warnung belastete Kleidung

05.03.2026 20:45

Krebsgefahr im Kleiderschrank? Greenpeace wirft dem chinesischen
Händler Shein vor, trotz Hinweisen Kleidung mit gefährlichen
Chemikalien zu verkaufen.

Berlin (dpa) - Die Umweltorganisation Greenpeace wirft dem
chinesischen Modehändler Shein vor, trotz entsprechender Hinweise
weiter schädliche Produkte in der EU zu vertreiben. «Sheins
Dreistigkeit ist erschütternd. Vor dem EU-Parlament verspricht der
Konzern, Verbraucher:innen zu schützen - doch in Wahrheit verkauft
Shein massiv belastete Produkte einfach weiter», sagt Moritz
Jäger-Roschko, Greenpeace-Experte für Kreislaufwirtschaft. «Shein
ignoriert unsere Warnungen sowie gesetzliche Grenzwerte und nimmt
Schäden für Mensch und Umwelt billigend in Kauf. Dieses Verhalten ist
grob fahrlässig.» 

Der Darstellung von Greenpeace zufolge hatte die Organisation die
Chinesen bereits im November 2025 auf mit gefährlichen Chemikalien
belastete Produkte hingewiesen, die daraufhin aus dem Verkauf
genommen worden seien. Allerdings seien identische oder sehr ähnliche
Produkte trotzdem weiterverkauft worden, wie eine Analyse des Bremer
Umweltinstituts im Auftrag von Greenpeace im Januar dieses Jahres
ergeben habe. Darin wurden demnach bei 25 von 31 getesteten
Kleidungsstücken Grenzwerte der europäischen Chemikalienverordnung
überschritten, teilweise in extremem Ausmaß. 

Es seien Stoffe nachgewiesen worden, die mit Krankheiten wie Krebs,
Fortpflanzungsstörungen und Wachstumsstörungen bei Kindern sowie
einer Schwächung des Immunsystems in Verbindung gebracht werden, so
Greenpeace. 

Shein gelobt Besserung 

Shein stritt die Vorwürfe auf Anfrage nicht ab, sondern gelobte
Besserung. Alle in dem neuen Bericht identifizierten Produkte seien
unmittelbar entfernt worden, nachdem man über die Ergebnisse
informiert worden sei, hieß es von einem Sprecher von Shein. Zudem
führe man eigene Tests durch und habe Maßnahmen eingeleitet, um die
eigenen Schutzmaßnahmen zu verbessern. 

«Wir setzen uns mit den Bedenken hinsichtlich unserer Prozesse im
Umgang mit solchen Fällen auseinander und erkennen an, dass dieser
Vorgang Bereiche aufzeigt, in denen unsere Kontrollen weiter gestärkt
werden können», so der Shein-Sprecher weiter.