Frauenanteil in Parlamenten von EU-Ländern gestiegen - eine Ausnahme
06.03.2026 00:01
In den vergangenen zehn Jahren stieg in allen EU-Ländern der Anteil
der Frauen. Doch es gibt eine Ausnahme.
Brüssel (dpa) - In den vergangenen zehn Jahren ist der Anteil von
Frauen in den nationalen Parlamenten aller EU-Länder gestiegen - nur
in Deutschland nicht. Das geht aus Daten der EU-Statistikbehörde
Eurostat hervor. Demnach hatten im Jahr 2025 Frauen 33,6 Prozent der
Sitze in den nationalen Parlamenten der EU inne. Das entspreche einem
Anstieg von 5,4 Prozentpunkten im Vergleich zu 2015. Alle EU-Länder
hätten einen Anstieg weiblicher Abgeordneter verzeichnet - mit
Ausnahme von Deutschland, wo der Anteil um 3,5 Prozentpunkte gesunken
sei (rund 32,5 Prozent).
Finnland (46 Prozent), Schweden (44,8 Prozent) und Dänemark (44,7
Prozent) hatten 2025 den höchsten Anteil an weiblichen Abgeordneten,
während Zypern (14,3 Prozent), Ungarn (15,6 Prozent) und Rumänien (22
Prozent) den niedrigsten Anteil aufwiesen, wie es weiter hieß. Am
stärksten stieg der Frauenanteil in Lettland (19 Prozentpunkte) und
Malta (14,8 Prozentpunkte).
Auch in den nationalen Regierungen waren 2025 demnach mehr Frauen
vertreten. Frauen hatten laut den Daten von Eurostat 31,9 Prozent der
Sitze in den nationalen Regierungen inne, was einem Anstieg von 4,2
Prozentpunkten im Vergleich zu 2015 entspricht.
Keine Frauen in Ungarn in Regierung
Der Anteil der Frauen in der Regierung war in Finnland am höchsten
(60 Prozent). In Schweden wurde die Parität erreicht (50 Prozent),
und in Frankreich war fast die Hälfte der Mitglieder der nationalen
Regierungen weiblich (48,6 Prozent), in Deutschland 41,7 Prozent.
Dagegen gab es in Ungarn keine Frauen in der nationalen Regierung, in
Rumänien waren es 10,5 Prozent und in Tschechien 11,8 Prozent.
