Nach Drohnenangriff: Zypern strebt Nato-Beitritt an

06.03.2026 09:21

Geht es nach Präsident Christodoulidis, würde die Inselrepublik
bereits morgen einen Antrag auf Nato-Mitgliedschaft stellen. Doch da
gibt es vor allem eine Hürde.

Nikosia (dpa) - Angesichts des Drohnenangriffs auf Zypern wird auf
der EU-Inselrepublik ein Beitritt zur Nato diskutiert. «Wenn es
möglich wäre, würden wir sogar morgen einen Antrag einreichen», sag
te
Präsident Nikos Christodoulidis dem griechischen Sender Skai. Er
erklärte zugleich, dass Zypern bereits Vorbereitungen für einen
möglichen Nato-Beitritt treffe. Auf militärischer, operativer und
administrativer Ebene werde daran gearbeitet, damit das Land handeln
könne, «sobald die politischen Bedingungen dies zuließen».

Christodoulidis betonte jedoch, dass ein solcher Schritt derzeit
nicht umgesetzt werden könne. Grund sei die langjährige Haltung der
Türkei, die als Nato-Mitglied einen Beitritt Zyperns ablehnt. Über
neue Mitglieder entscheidet das Bündnis einstimmig.

Drohnenangriff auf britischen Militärstützpunkt auf der Insel

Der Konflikt zwischen Zypern und der Türkei besteht seit der Teilung
der Insel infolge der türkischen Invasion Zyperns 1974. Im Norden der
Insel, der von türkischen Truppen besetzt ist, gibt es die nur von
Ankara anerkannte Türkische Republik Nordzypern (KKTC). Ankara
erkennt die Republik Zypern nicht an und weigert sich, solange es
keine Lösung der Zypernfrage gibt, über einen Nato-Beitritt oder
sogar eine Kooperation der Allianz mit der EU-Republik Zypern zu
reden. Zwar gehört die gesamte Insel zur EU, doch das EU-Recht gilt
faktisch nur im Süden.

Auslöser der aktuellen Diskussion über einen zyprischen Antrag zum
Nato-Beitritt ist ein Drohnenangriff auf den britischen
Militärstützpunkt nahe der zyprischen Hafenstadt Limassol in der
Nacht zum Montag. Nach Angaben der Regierung in London entstand
geringer Sachschaden an einem Hangar. Zyprische Medien berichteten
unter Berufung auf Sicherheitskreise, die Drohnen könnten aus dem
Libanon gestartet worden sein. Die Menschen auf Zypern sind seitdem
besorgt.