Schulze zu Klimaregeln: «Hier muss Brüssel jetzt handeln»
06.03.2026 10:06
Hohe Energiekosten setzen der Industrie im Chemiedreieck zu. Warum
der Ministerpräsident jetzt schnelle Hilfe von der EU fordert - und
was ihm zufolge auf dem Spiel steht.
Magdeburg/Berlin (dpa/sa) - Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven
Schulze (CDU) sieht die Chemieindustrie wegen der hohen Energiekosten
unter starkem Druck und drängt auf Entlastungen bei europäischen
Klimaregeln. Vor allem beim Handel mit CO2-Zertifikaten müsse die EU
zur Tat schreiten, sagte Schulze in der Sendung «Frühstart» von
RTL/ntv.
Hohe Energiekosten belasten Industrie
Gerade energieintensive Branchen hätten derzeit große Probleme. «Wir
haben tolle Produkte, aber im Moment nicht die Preise, zu denen wir
produzieren können, weil halt die Energie zu teuer ist», sagte der
CDU-Politiker mit Blick auf die Industrie in seinem Bundesland.
Aus seiner Sicht müsse deshalb stärker bei den Nebenkosten angesetzt
werden. «Ich sage ganz klar: Das Thema Zertifikate muss jetzt
angegangen werden, sagte Schulze. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU)
habe dies bereits angesprochen. Nun sei die EU gefragt: «Hier muss
Brüssel jetzt handeln. Wir brauchen eine Entlastung für unsere
deutsche, für unsere europäische Industrie.»
Deutschland und Europa stünden in einem intensiven globalen
Wettbewerb. «Wenn wir das nicht hinbekommen, dann werden wir diesen
Wettbewerb verlieren», sagte Schulze.
Chemiebranche wichtiger Wirtschaftsfaktor
In Sachsen-Anhalt hat die Chemieindustrie eine besondere Bedeutung.
Im sogenannten Chemiedreieck mit Standorten wie Leuna und Schkopau
arbeiten nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit rund 10.000
Menschen in etwa 100 Unternehmen. Die Branche steht seit längerem
wegen hoher Energiepreise und internationaler Konkurrenz unter Druck.
