IEA-Chef: «Keine weltweite Ölknappheit»
06.03.2026 17:37
Der Iran-Krieg hat Auswirkungen auf die Öl- und Gasversorgung. Der
IEA-Chef warnt Europa allerdings davor, sich wieder auf frühere
Partner einzulassen.
Brüssel (dpa) - Der Anstieg der Ölpreise infolge des Iran-Kriegs ist
nach Einschätzung des Chefs der Internationalen Energieagentur (IEA)
nicht auf einen grundsätzlichen Mangel zurückzuführen. «Es gibt
genügend Öl. Es gibt keine weltweite Ölknappheit», sagte Fatih Biro
l
in Brüssel. Das Problem sei die Störung der Ölversorgung wegen
Logistikproblemen.
Derzeit passieren aus Sorge vor Angriffen des Irans kaum noch Schiffe
die Straße von Hormus. Der wichtige Seeweg für Öl- und Gastransporte
ist eine Meerenge zwischen dem Iran und dem Oman. Sie ist die einzige
Verbindung des Persischen Golfs mit den Weltmeeren. Am Golf von
Persien liegen bedeutende Ölförderländer, zu den Anrainern zählen
neben dem Iran Saudi-Arabien, Irak, Kuwait, Katar, Bahrain und die
Vereinigten Arabischen Emirate.
Die EU-Länder warnte Birol davor, angesichts steigender Preise wieder
verstärkt auf Lieferungen aus Russland zu setzen. Einer von Europas
historischen Fehlern sei es gewesen, sich bei der Energieversorgung
vor allem auf Russland zu verlassen, sagte er in Brüssel nach einem
Treffen mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.
