EU-Ratspräsident warnt vor Eskalation in Nahost
06.03.2026 22:04
EU-Ratspräsident Costa lobt die schnelle militärische Reaktion
europäischer Staaten nach dem Drohnenangriff auf Zypern. Zugleich
warnt er vor gravierenden Folgen einer weiteren Eskalation in Nahost.
Hamburg (dpa) - Nach dem Drohnenangriff auf Zypern hat
EU-Ratspräsident António Costa die verstärkte Militärpräsenz
europäischer Staaten in der Region gelobt. Die rasche Reaktion
Griechenlands, Frankreichs, Italiens und Spaniens, die unter anderem
Kriegsschiffe und Kampfflugzeuge entsandt hatten, sei ein
«kraftvolles Beispiel für europäische Unabhängigkeit und
unerschütterliche Solidarität», sagte er beim traditionellen
Matthiae-Mahl im Hamburger Rathaus.
Er zeigte sich von der Lage in Nahost besorgt. Der Iran sei aber für
die Ursachen verantwortlich, die zur aktuellen Situation geführt
hätten, sagte er.
EU steht an Seite des iranischen Volkes
In der Nacht zum Montag hatte eine Drohne iranischer Bauart den
britischen Luftwaffenstützpunkt Akrotiri auf Zypern getroffen.
Mindestens zwei weitere Drohnen wurden anschließend abgefangen.
Die Vergeltungsmaßnahmen des Irans und seiner Verbündeten in der
Region «untergraben den internationalen Frieden und die Sicherheit»,
sagte Costa. Zugleich warnte er vor einer weiteren Eskalation.
Die Folgen wären gravierend, «auch im wirtschaftlichen Bereich, wie
die Blockade der Straße von Hormus zeigt», sagte Costa. Eine
nachhaltige Lösung des Konflikts sei nur auf diplomatischem Wege zu
erreichen.
Die EU stehe an der Seite des seit langem leidenden iranischen
Volkes, sagte der Ratspräsident. Rechte und Freiheiten der Menschen
müssten uneingeschränkt geachtet werden. «Wir unterstützen Ihr Rech
t,
in Frieden zu leben und Ihre Zukunft selbst zu bestimmen.»
Costa: regelbasierte Weltordnung verteidigen
Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenwürde seien im heutigen
geopolitischen Kontext wichtiger denn je. «Die Europäische Union wird
stets eine regelbasierte internationale Ordnung verteidigen, die auf
Völkerrecht, Multilateralismus und den in der Charta der Vereinten
Nationen verankerten Prinzipien beruht», sagte Costa. «Die
Alternative sind Chaos und Gewalt.»
Deshalb könne man Verstöße gegen das Völkerrecht nicht hinnehmen -
«weder in der Ukraine, Grönland, Lateinamerika, Afrika noch im
Gazastreifen». Ebenso seien Menschenrechtsverletzungen nicht
hinnehmbar - «weder im Iran, noch im Sudan oder in Afghanistan.»
