Minister Rainer: Licht und Schatten in «Veggie»-Kompromiss
08.03.2026 04:00
Unter welchen Namen dürfen Burger und Schnitzel ohne Fleisch in der
EU verkauft werden? Nach viel Wirbel gibt es eine Einigung. Komplett
glücklich ist der deutsche Minister damit nicht.
Berlin (dpa) - Bundesernährungsminister Alois Rainer sieht in dem auf
EU-Ebene erzielten Kompromiss zur Bezeichnung vegetarischer Produkte
Licht und Schatten. «Es ist gut, dass das Veggie-Schnitzel-Verbot vom
Tisch ist», sagte der CSU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur.
«Die Verbraucher sind schlau und mündig. Sie wissen längst, dass im
Veggie-Schnitzel kein Fleisch ist.» Rainer äußerte sich zugleich
kritisch dazu, dass es eine ebenfalls vorgesehene Liste mit Begriffen
gebe, die künftig Fleischprodukten vorbehalten sind.
«Wir hätten uns gewünscht, dass diesbezüglich gar keine Neuregelung
kommt», sagte der Minister. «Der Kompromiss bedeutet für die Branche
unnötigen Mehraufwand.» Unterhändler der EU-Staaten und des
Europaparlaments hatten sich kürzlich darauf verständigt, dass Namen
wie «Veggie-Burger» und «Tofu-Wurst» nicht von den Speisekarten
verschwinden müssen, wie es europäische Abgeordnete im vergangenen
Jahr zunächst ins Spiel gebracht hatten.
Bestimmte «Veggie»-Bezeichnungen sollen tabu sein
Andere vegetarische Produkte sollen demnach aber künftig nicht mehr
etwa als «Veggie-Hühnchen» oder «Tofu-Rippchen» beworben werden
dürfen. Tabu sein sollen laut Vertretern des EU-Parlaments
Bezeichnungen, die sich auf Tier- oder Fleischarten und einzelne
Teilstücke («Cuts») beziehen: zum Beispiel Geflügel, Rindfleisch,
Rippchen, Schulter, Kotelett oder Speck.
Minister Rainer hatte sich bereits im vergangenen Jahr klar gegen ein
«Veggie-Burger»-Verbot ausgesprochen. Der CSU-Politiker bekräftigte
nun: «Für die Unternehmen wäre der bürokratische Aufwand für die
Umstellung immens gewesen. Ich habe von Anfang an gesagt, so eine
Entscheidung hätte man vor zehn Jahren treffen müssen.»
