Kallas: Berichte zu Kreml-Hilfe für Iran keine Überraschung
09.03.2026 11:46
Unterstützt Russland den Iran im Kampf gegen US-Truppen? Die
EU-Chefdiplomatin äußert sich deutlich zum Thema - und fordert auch
einen Kurswechsel in den Ukraine-Verhandlungen.
Brüssel (dpa) - Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hat Hinweise auf
russische Unterstützung für den Iran als erwartbar bezeichnet.
«Berichte, wonach Moskau und Teheran gemeinsam daran arbeiten,
US-Soldaten ins Visier zu nehmen, sollten niemanden überraschen»,
sagte sie bei einem Treffen von EU-Botschaftern in Brüssel. Russland
wolle auch den Krieg gegen die Ukraine ausweiten.
Zuvor hatten mehrere Medien berichtet, dass Russland dem Iran
Informationen über US-Streitkräfte und mögliche Ziele im Nahen Osten
liefere. Dabei versorge der Kreml Teheran mit Standortangaben und
Bewegungsdaten von amerikanischen Truppen, Schiffen und Flugzeugen,
berichteten etwa der US-Sender CNN und die «Washington Post».
Mit Blick auf die US-Vermittlungsbemühungen für ein Ende des
russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine sagte Kallas, Russlands
Maximalforderungen dürften nicht mit einer Minimalantwort beantwortet
werden. «Wenn die Größe der ukrainischen Streitkräfte begrenzt werd
en
soll, dann muss das auch für die russischen gelten», sagte sie. Zudem
müsse gelten, dass Russland für die Schäden aufkomme, die es in der
Ukraine verursacht habe. Und es dürfe keine Amnestie für
Kriegsverbrechen oder das Verbrechen der Aggression geben.
Um die EU in der aktuellen Weltlage besser aufzustellen, nannte
Kallas Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaften als ein
wichtiges Instrument. Noch in dieser Woche werde sie eines mit
Australien unterzeichnen. Weitere mit Island und Ghana sollten
folgen.
