EU-Ratspräsident: Iran-Krieg hilft bislang nur Russland
10.03.2026 11:20
Droht die Ukraine zum großen Verlierer des neuen Krieges im Nahen
Osten zu werden? Der Präsident des Europäischen Rates zeichnet vor
Diplomaten ein düsteres Bild.
Brüssel (dpa) - Russlands Präsident Wladimir Putin ist nach
Einschätzung von EU-Ratspräsident António Costa der große Nutznie
ßer
der israelisch-amerikanischen Angriffe gegen den Iran. «Bislang gibt
es in diesem Krieg nur einen Gewinner: Russland», sagte der frühere
portugiesische Regierungschef vor EU-Diplomaten in Brüssel.
Zur Begründung verwies Costa auf die politischen und wirtschaftlichen
Folgen des Konflikts. Mit steigenden Energiepreisen erhalte Russland
neue Mittel zur Finanzierung seines Krieges gegen die Ukraine und
profitiere von der Umleitung militärischer Fähigkeiten, die
andernfalls zur Unterstützung der Ukraine hätten eingesetzt werden
können. «Und es zieht Nutzen daraus, dass die Aufmerksamkeit für die
Front in der Ukraine abnimmt, während der Konflikt im Nahen Osten in
den Mittelpunkt rückt», erklärte Costa.
Deutlich äußerte sich der Portugiese auch zum Vorgehen der USA und
Israels. Der Iran träge Verantwortung für die tieferen Ursachen der
aktuellen Lage, aber Alleingänge könnten niemals der richtige Weg
sein, sagte er. Die Europäische Union rufe alle Seiten zu äußerster
Zurückhaltung und zu einer Rückkehr an den Verhandlungstisch auf.
