Bundesumweltminister gegen Rückbesinnung auf Atomkraft

10.03.2026 14:33

Kleine modulare Atomkraftwerke bleiben umstritten: Warum
Bundesumweltminister Schneider Zweifel an den EU-Plänen zur
Kernenergie äußert und auf erneuerbare Energien setzt.

Berlin/Paris (dpa) - Bundesumweltminister Carsten Schneider hat die
von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vorgelegten Pläne
zur Förderung der Atomenergie kritisiert. «Es spricht Bände, dass der

Kern dieser rückwärtsgewandten Strategie aus neuen Subventionen für
Atomkraftwerke besteht», sagte der SPD-Politiker in Berlin. «Wenn
eine Risiko-Technologie nach einem dreiviertel Jahrhundert noch immer
am staatlichen Tropf hängt und es längst bessere Alternativen gibt,
sollte man daraus Konsequenzen ziehen.» 

Von der Leyen hatte auf einem internationalen Gipfel zur Kernenergie
bei Paris Hilfen für die Forschung und die Finanzierung des Baus von
kleinen modularen Atomkraftwerken angekündigt. Europa müsse an der
Renaissance der Kernenergie teilhaben, die Abkehr von der Atomkraft
sei ein Fehler gewesen, sagte sie.

Deutschland setzt auf erneuerbare Energien

Der Bundesumweltminister meldete erneut Zweifel an diesem neuen
Kraftwerkstyp an. «Diese kleinen Atomkraftwerke werden schon seit
Jahrzehnten angekündigt, schaffen aber den Durchbruch nicht und
ringen stattdessen um Subventionen.» Um nennenswert neue Reaktoren zu
errichten, müsste sehr viel Geld in die Hand genommen werden, das
dann anderer Stelle fehlen würde. «Sauberer, ungefährlicher Strom aus

Wind und Sonne ist günstiger, treibt längst die Energiewende an und
produziert keinen strahlenden Müll.»

Deutschland setze weiterhin statt auf die Atomkraft auf bessere,
sicherere und günstigere Alternativen, sagte der Minister. «Unser
Land ist dank des Atomausstiegs ein ganzes Stück sicherer geworden.
Der vor 15 Jahren erreichte Atomkonsens hat unserem Land gutgetan,
das sollten wir nicht leichtfertig aufs Spiel setzen.»

Aus der Union hatte es dagegen Stimmen gegeben, die sich offen für
die Technologie zeigten.