EU warnt Trump vor Lockerung von Russland-Sanktionen

10.03.2026 17:29

Der drastische Anstieg der Ölpreise beunruhigt Wirtschaft und
Verbraucher. US-Präsident Trump kündigt zur Beruhigung der Märkte die

Aufhebung von Sanktionen an. Die EU ist alarmiert.

Brüssel (dpa) - Die EU warnt US-Präsident Donald Trump vor einer
Lockerung von Sanktionen gegen Russlands Ölexporte. «Aus Sicht der
Europäischen Union ist die Lage sehr klar. Wir müssen weiterhin
maximalen Druck auf Russland ausüben», sagte EU-Kommissar Valdis
Dombrovskis nach einem EU-Finanzministertreffen in Brüssel.

Da der derzeitige Anstieg der Öl- und Gaspreise infolge des
Iran-Kriegs Russland unerwartete Zusatzeinnahmen verschaffen könnte,
sei es wichtig, den bestehenden westlichen Preisdeckel für russisches
Öl strikt durchzusetzen. Es gehe darum, Russlands Einnahmen zu
begrenzen, betonte er.

Eine Lockerung von Sanktionen wäre nach den Worten von Dombrovskis
dagegen «selbstschädigend». Sie würde Russlands Fähigkeit stärk
en,
Krieg zu führen, die Ukraine schwächen und auch die Ziele
beeinträchtigen, die die USA und Israel gegenüber dem Iran zu
erreichen versuchten, sagte er. Schließlich unterstütze Russland den
Iran in dem Krieg.

Ankündigung nach Telefonat von Trump und Putin

Trump hatte zuvor am Montag kurz nach einem Telefonat mit Kremlchef
Wladimir Putin erklärt, die USA setzten «bestimmte ölbezogene
Sanktionen aus, um die Preise zu senken». Dies werde er tun, bis sich
die Lage beruhigt habe. Eventuell sei es anschließend auch nicht mehr
nötig, die Restriktionen wieder in Kraft zu setzen, fügte er hinzu.
Trump sagte nicht, welche Länder konkret er von den Sanktionen
befreien wolle.

Um den bestehenden Preisdeckel für russisches Öl durchzusetzen,
werden derzeit Unternehmen Sanktionen angedroht, die am Transport von
russischem Öl zu einem Preis oberhalb des Preisdeckels beteiligt
sind. Diese Regelung zielt auf Reedereien ab, aber auch auf
Unternehmen, die Versicherungen, technische Hilfe sowie
Finanzierungs- und Vermittlungsdienste anbieten. Im Gespräch ist
derzeit auch ein generelles Verbot maritimer Dienstleistungen für
russische Ölexporte.