Politiker: Biennale riskiert mit Russlands Pavillon EU-Geld

10.03.2026 19:14

Russland will auf der Kunstbiennale in Venedig wieder Arbeiten
einheimischer Künstler ausstellen. Europäische Spitzenpolitiker
verurteilen das - und drohen mit möglichen Folgen für einen
EU-Zuschuss.

Brüssel (dpa) - Europäische Spitzenpolitiker stellen sich gegen die
geplante Wiedereröffnung des russischen Pavillons bei der
Kunstbiennale in Venedig. «Diese Entscheidung der Fondazione Biennale
ist nicht vereinbar mit der kollektiven Reaktion der EU auf die
brutale Aggression Russlands», kritisierten der für Kultur zuständige

EU-Kommissar Glenn Micallef und Henna Virkkunen, die
EU-Vizepräsidentin für Technologie, Sicherheit und Demokratie. Sollte
die Fondazione dabei bleiben, werde man «weitere Maßnahmen prüfen,
einschließlich der Aussetzung oder Beendigung eines laufenden
EU-Zuschusses an die Biennale Foundation».

Die EU-Kommission stellt derzeit nach Angaben eines Sprechers über
einen Zeitraum von drei Jahren insgesamt zwei Millionen Euro zur
Verfügung. Damit hilft sie der Venice Production Bridge bei der
Unterstützung von Filmproduzenten und immersiver Technik. «Kultur
fördert und schützt demokratische Werte, fördert offenen Dialog,
Vielfalt und Meinungsfreiheit und sollte niemals als Plattform für
Propaganda genutzt werden», teilten die Politiker mit. 

Die Kunstbiennale vom 9. Mai bis 22. November in Venedig zählt zu den
wichtigsten internationalen Ausstellungen zeitgenössischer Kunst.
Russland hatte zuvor erklärt, in diesem Jahr wieder an der Biennale
di Venezia teilzunehmen und seinen Pavillon dort mit Arbeiten
einheimischer Künstler zu bestücken. Die Ukraine protestierte am
Wochenende dagegen. Außenminister Andrij Sybiha und Kulturministerin
Tetjana Bereschna gaben an, dass die designierte Leiterin des
russischen Pavillons Kontakte zur Rüstungsindustrie ihres Landes
habe. Das unterstreiche, «dass Kultur in Russland untrennbar mit dem
militaristischen Regime verbunden ist».