Mehr Tempo fürs Klima: Experten fordern rasche EU-Agrarwende
11.03.2026 00:01
Überschwemmungen, Dürre, Krankheiten: Der Klimawandel setzt der
Landwirtschaft in Europa zu. Gleichzeitig verursacht sie viele
CO2-Emissionen. Experten warnen: Die EU nimmt sich der Sache zu wenig
an.
Kopenhagen (dpa) - Das Agrar- und Ernährungssystem in Europa ist
zunehmend durch den Klimawandel bedroht - und verursacht selbst etwa
ein Drittel der Netto-Treibhausgasemissionen der Europäischen Union.
Mit beiden Problemen müsse sich die EU dringend stärker befassen,
mahnt der Europäische Wissenschaftliche Beirat für Klimawandel in
einem neuen Bericht. Die bisherigen Maßnahmen reichten nicht aus, um
die Klimaziele für 2040 und 2050 zu erreichen.
So sollen Landwirtschaft und Verbraucher klimafit werden
Um diese zu erreichen und zugleich die Lebensmittelversorgung Europas
zu gewährleisten und die Existenzgrundlage der Landwirte zu schützen,
sei ein umfassender Wandel im Agrar- und Ernährungssystem der EU
nötig, schreiben die Experten. Dieses umfasse die gesamte
Wertschöpfungskette von der Düngemittelproduktion bis zum
Lebensmittelverbraucher. Zwar habe die Landwirtschaft bei der
Reduktion von Emissionen Fortschritte gemacht. «Doch Umfang und
Tempo der Reduktionen sind noch nicht ausreichend», sagte der
deutsche Beiratsvorsitzende Ottmar Edenhofer einer Mitteilung
zufolge.
Neben technischen Verbesserungen empfiehlt der Beirat,
klimaschädliche Subventionen zu reduzieren, Emissionen im Agrarsektor
zu bepreisen und Landwirte beim Übergang zu klimafreundlichen
Methoden zu unterstützen. Außerdem sollten den Experten zufolge eine
nachhaltigere Ernährung gefördert und Lebensmittelabfälle reduziert
werden.
