Teurer Irankrieg - Von der Leyen prüft Gaspreis-Deckel
11.03.2026 11:04
Die massiv gestiegenen Energiepreise infolge des Iran-Kriegs belasten
die Bürgerinnen und Bürger. Die Präsidentin der EU-Kommission nennt
nun Handlungsoptionen.
Straßburg (dpa) - Die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen
will Energiekosten für Verbraucherinnen und Verbraucher senken. Die
Kommission untersuche dabei verschiedene Optionen wie etwa eine
Subventionierung oder auch Deckelung des Gaspreises, sagte von der
Leyen vor Abgeordneten des Europäischen Parlaments in Straßburg.
Demnach sollen alle vier Preiskomponenten der Energierechnung auf den
Prüfstand kommen: die reinen Energiekosten, Netzentgelte, Steuern und
Abgaben sowie CO2-Kosten.
Irankrieg kostet Menschen in der EU Milliarden
Hintergrund sind die Folgen des Krieg im Nahen Osten. Die ersten zehn
Tage des Iran-Kriegs hätten die europäischen Steuerzahler wegen
Preissteigerungen bei importierten fossilen Brennstoffen bereits
zusätzliche drei Milliarden Euro gekostet, betonte von der Leyen.
«Das ist der Preis unserer Abhängigkeit.»
Seit Beginn des Konflikts seien die Gaspreise um 50 Prozent und die
Ölpreise um 27 Prozent gestiegen, sagte von der Leyen. Sie verwies
auf heimische Energiequellen, deren Preise im gleichen Zeitraum
stabil geblieben waren: erneuerbare Energien und Kernkraft. Eine
Rückkehr zu russischen Energieträgern, wie sie manche in der
aktuellen Krise forderten, wäre nach ihren Worten «ein strategischer
Fehler», der Europa schwächer machen würde.
Die EU-Kommission hatte am Tag zuvor einen Vorschlag vorgelegt, um
Verbrauchern langfristig Entlastung bei den Energiekosten zu
verschaffen. Dazu gehört etwa, die Stromsteuer für Haushalte auf das
EU-Mindestniveau zu senken, Netzentgelte zu reduzieren, den
Anbieterwechsel auf 24 Stunden zu beschleunigen und verstärkt auf
erneuerbare Energien sowie Kernkraft zu setzen.
