Nach Zollschlappe: USA leiten neue Prüfung gegen EU ein

12.03.2026 04:02

Trump gibt sich mit seinen Zöllen nicht geschlagen. Der Präsident
will Einfuhren in die USA nun mit Hilfe anderer Instrumente teurer
machen. Auch die EU gerät wieder in seinen Fokus.

Washington (dpa) - Nach jüngsten juristischen Rückschlägen für
US-Präsident Donald Trumps Zollpolitik leitet die Regierung
Untersuchungen ein, deren Ergebnisse auch als Grundlage für neue
Strafzölle dienen könnten. Es geht darum, herauszufinden, ob
strukturelle Überkapazitäten in Fertigungssektoren in der
Europäischen Union und in anderen Ländern zu Nachteilen für die
US-Wirtschaft führen, wie das Büro des Handelsbeauftragten Jamieson
Greer mitteilte. 

Neben der EU werden demnach auch die Schweiz, Norwegen, China, Japan,
Mexiko, Taiwan, Indien und weitere asiatische Länder überprüft. Die
Untersuchung stützt sich auf einen Passus eines Handelsgesetzes von
1974. In der Vergangenheit hatten die USA diesen Mechanismus etwa
genutzt, um Strafzölle gegen China zu verhängen.

Im Februar hatte der Oberste Gerichtshof Trump untersagt, unter
Berufung auf ein anderes Gesetz per Erlass Zölle zu verhängen. Seit
Beginn seiner zweiten Amtszeit im Januar 2025 hatte er am
US-Parlament vorbei damit Importgebühren auf Einfuhren Dutzender
Handelspartner verhängt. 

Trump sucht jetzt andere Optionen

Trump kündigte nach dem Urteil an, andere Instrumente nutzen zu
wollen, um seine Zollpolitik durchzusetzen. Zudem brachte er sofort
neue temporäre Zölle auf den Weg.

Im Mai soll es zu der jetzt angeordneten Prüfung öffentliche
Anhörungen geben. Auch die Regierungen der betroffenen Länder sollen
konsultiert werden. Konkrete Fertigungssektoren, die überprüft werden
sollen, werden nicht genannt. 

Zugleich wird in der Bekanntmachung der Untersuchungen generell zum
Marktumfeld festgehalten, dass es zum Beispiel in Deutschland einen
großen Handelsüberschuss gebe. Dazu trügen unter anderem die Exporte

der Autoindustrie, des Maschinenbaus, der pharmazeutischen Branche
oder auch der Chemieindustrie bei, hieß es.