In Deutschland steigt der Spritpreis besonders stark

12.03.2026 12:30

Der Iran-Krieg macht Tanken teurer. In Deutschland haben das die
Autofahrer besonders zu spüren bekommen, wie die Monopolkommission
kritisiert. Das macht Tanktourismus an vielen Grenzen attraktiver.

Berlin/Brüssel (dpa) - In Deutschland sind die Spritpreise zuletzt
besonders stark gestiegen. «Deutschland ist beim Preisanstieg
Spitzenreiter», sagt der Vorsitzende der Monopolkommission, Tomaso
Duso. Das gehe aus Daten der EU-Kommission zu den Kraftstoffpreisen
in den 27 Mitgliedsstaaten hervor. 

Duso bezieht sich in seiner Analyse auf die Preise ohne Steuern und
Abgaben im Zeitraum vom 23. Februar bis 9. März. In Deutschland sei
Diesel in diesem Zeitraum um 44 Prozent teurer geworden, während es
im EU-Durchschnitt nur 29 Prozent zugelegt habe. Superbenzin habe in
Deutschland um 29 Prozent zugelegt, im EU-Durchschnitt nur um 16
Prozent.

«Dass die Preisanstiege in Deutschland deutlich stärker ausfallen als
im europäischen Durchschnitt, ist ein Hinweis darauf, dass wir
strukturelle Probleme im Mineralölmarkt anpacken müssen», so der
Vorsitzende der Monopolkommission.

Auch an der Zapfsäule fällt der Anstieg hierzulande höher aus

Für Verbraucher ist relevanter, was sie an der Zapfsäule zahlen -
also der Preis inklusive Abgaben und Steuern. Und auch hier zeigt
sich nach Berechnungen der dpa auf Basis der einmal pro Woche
veröffentlichten Zahlen der EU-Kommission ein ähnliches Bild im
Vergleich mit den direkten Nachbarländern. 

Während Diesel in Deutschland vom 23. Februar bis 9. März um 43 Cent
pro Liter teurer wurde, ging es in den Nachbarländern nur um 22 bis
38 Cent pro Liter nach oben. Am geringsten waren die Anstiege in
Belgien und Tschechien, am höchsten - hinter Deutschland - in den
Niederlanden und Österreich.

Bei Superbenzin stieg der Literpreis in Deutschland in den zwei
betrachteten Wochen um 25 Cent. In den Nachbarländern - mit Ausnahme
Österreichs - um 11 bis 13 Cent. In Österreich waren es knapp 20. 

Tanktourismus wird an den meisten Grenzen attraktiver

Die Entwicklung macht an den meisten Grenzen Tanktourismus
attraktiver. Abgesehen von den Niederlanden und Dänemark waren
Superbenzin und Diesel schon vor Kriegsbeginn in den Nachbarländern
günstiger. Das Sparpotenzial ist nun noch weiter gestiegen. Am
höchsten war es am 9. März den Daten der EU-Kommission zufolge an der
tschechischen und polnischen Grenze sowie zu Luxemburg mit
Preisunterschieden von teils mehr als 50 Cent pro Liter.

Allerdings kann es gerade in Grenzregionen zu Abweichungen der
Spritpreise kommen und Verbraucher sollten genau überlegen, ob sich
eine längere Fahrt lohnt. Neben Zeitaufwand und Umweltbelastung
sollte man dabei nicht außer Acht lassen, dass die Fahrt nicht nur
den verbrauchten Sprit kostet, sondern auch zu Kosten wie Wertverlust
und Verschleiß führt, die schnell höher liegen können als die
Ersparnis durch den günstigeren Sprit.