Parlament für Erleichterung bei CO2-Gutschriften für Lkw
12.03.2026 15:09
Um die Klimaziele zu erreichen, müssen Lkw Emissionen einsparen.
Hersteller können Emissionsgutschriften sammeln, um später
Strafzahlungen zu vermeiden. Das soll ihnen bis 2029 erleichtert
werden.
Straßburg (dpa) - Das Europäische Parlament hat einer Erleichterung
für Lkw-Hersteller bei CO2-Regeln zugestimmt. Die Hersteller sollen
bis 2029 leichter Emissionsgutschriften sammeln können. Diese können
sie später verwenden, um Strafzahlungen zu vermeiden, falls sie die
ihnen auferlegten spezifischen Grenzwerte überschreiten.
Die EU-Kommission will ihnen mit der Änderung mehr Flexibilität geben
und es ihnen erleichtern, die Zielvorgaben ab 2030 zu erreichen. Das
Parlament stimmte dem Vorschlag der Kommission im Schnellverfahren
zu.
Wie stark die Emissionen sinken müssen, bleibt gleich: Die
CO2-Emissionen neuer schwerer Nutzfahrzeuge sollen EU-weit bis 2025
um 15 Prozent im Vergleich zu 2019 sinken, um 45 Prozent bis 2030, um
65 Prozent bis 2035 und um 90 Prozent bis 2040.
Für jeden Hersteller werden jährlich spezifische Ziele festgelegt.
Die Änderung ist für Hersteller vorteilhaft, die früh ihren ersten
Zielwert übererfüllt haben, aber sich dann langsamer dem Ziel für
2030 annähern.
Argument: Ladeinfrastruktur ist noch nicht so weit
Die Kommission argumentiert mit Verzögerungen beim Ausbau der
öffentlichen Ladeinfrastruktur für schwere Nutzfahrzeuge entlang der
Autobahnen. Die Änderung könne auch Anreize für eine frühere
Einführung emissionsfreier schwerer Nutzfahrzeuge schaffen, schreibt
sie zur Begründung. Neue Stadtbusse sind von der Änderung
ausgenommen.
Schwere Nutzfahrzeuge sind nach Angaben der Brüsseler Behörde für
mehr als 25 Prozent der Treibhausgasemissionen des Straßenverkehrs in
der EU verantwortlich und machen mehr als 6 Prozent der gesamten
Treibhausgasemissionen der EU aus. Die Europäische Union hat sich zum
Ziel gesetzt, bis 2050 klimaneutral zu sein, also nicht mehr
Treibhausgase auszustoßen als wieder gebunden werden können.
Staaten müssen auch zustimmen
Für die Umsetzung des Vorschlags müssen auch die EU-Staaten formell
zustimmen. Deren Vertreter haben sich bereits für den
Kommissionsvorschlag ausgesprochen, deshalb gilt das in diesem Fall
als Formalie.
Deutlich umstrittener sind andere Vorschläge zu Autos, die die
Kommission ebenfalls im Dezember gemacht hat: Nach dem Willen der
Behörde sollen auch nach 2035 Autos mit Verbrennermotor neu in der EU
zugelassen werden können. Eine Einigung hierzu ist noch nicht in
Aussicht.
