Zahl der irregulären Grenzübertritte in die EU sinkt stark
12.03.2026 16:45
Die EU-Grenzschutzagentur verzeichnet deutlich weniger irreguläre
Grenzübertritte. Ursache sind vor allem harte Wetterbedingungen -
doch die Entwicklung im Nahen Osten könnte die Lage bald verändern.
Warschau (dpa) - Die Zahl der registrierten irregulären
Grenzübertritte in die Europäische Union ist in den ersten zwei
Monaten dieses Jahres um 52 Prozent im Vergleich zum
Vorjahreszeitraum zurückgegangen. Das geht aus vorläufigen Zahlen der
EU-Grenzschutzbehörde Frontex mit Sitz in Warschau hervor. Knapp
12.000 Versuche registrierte die Behörde demnach bisher. Als Ursache
für den Rückgang nennt sie die durch die Jahreszeit bedingten harten
Wetterbedingungen auf den Hauptfluchtrouten über das Meer.
Der stärkste Rückgang dieser Versuche, in die EU zu kommen, wurde auf
der westafrikanischen Route über den Atlantik zu den kanarischen
Inseln (-83 Prozent) verzeichnet. Auf der zentralen Mittelmeerroute
von Nordafrika in Richtung Italien sowie auf der östlichen
Mittelmeerroute über Griechenland ging die Zahl der irregulären
Grenzübertritte jeweils um die Hälfte zurück.
Die meistgenutzte Migrationsroute in die EU bleibt demnach weiter der
zentrale Mittelmeerraum, hier wurden knapp 3.400 Grenzübertritte
gemeldet, das entspricht 30 Prozent der Gesamtzahl. Einen leichten
Zuwachs (9 Prozent) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gab es auf der
Route über das westliche Mittelmeer nach Spanien.
Frontex rechnet mit Auswirkungen des Iran-Kriegs
Die EU-Grenzschutzagentur verwies in ihrem Bericht auch auf mögliche
Auswirkungen des Iran-Kriegs. «Die Eskalation der Lage im Nahen Osten
birgt die Gefahr, dass es in den kommenden Monaten zu einer Zunahme
der Fluchtbewegung in der Region kommt», hieß es. Bislang habe dies
noch keine spürbaren Auswirkungen auf die Migrationssituation an den
Außengrenzen der EU gehabt. Frontex beobachte die Entwicklungen
weiterhin aufmerksam.
