Costa: US-Lockerungen bei Ölsanktionen «besorgniserregend»
13.03.2026 13:56
Die USA erlauben Ländern zeitweise, russisches Öl zu kaufen - und
weichen damit Druckmittel gegen Russland wegen des Ukraine-Kriegs
auf. Brüssel ist in Sorge.
Brüssel (dpa) - EU-Ratspräsident António Costa nennt die befristete
Lockerung von Handelssperren für russisches Öl der USA «sehr
besorgniserregend». Die einseitige Entscheidung der Vereinigten
Staaten habe Auswirkungen auf die europäische Sicherheit, schrieb der
Portugiese auf X. Zunehmender wirtschaftlicher Druck auf Russland sei
entscheidend dafür, dass das Land ernsthafte Verhandlungen über einen
gerechten und dauerhaften Frieden in der Ukraine akzeptiere.
«Sanktionen zu lockern erhöht die russischen Ressourcen für den
Angriffskrieg gegen die Ukraine», kritisierte er.
Eine Sprecherin der EU-Kommission sagte, die Brüsseler Behörde sei
weiterhin überzeugt, dass die Preisobergrenze für Öl und die
Sanktionen gegen Russland zielgerichtet seien. Sie bleiben auch in
der aktuellen Phase mit schwankenden Ölpreisen bestehen. «Russland
sollte auf keinen Fall vom Krieg im Iran profitieren.»
Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen habe diese Woche deutlich
gesagt, dass nicht der richtige Zeitpunkt sei, die Sanktionen gegen
Russland zu lockern.
US-Finanzminister Scott Bessent hatte zuvor mitgeteilt, die USA
angesichts des stark gestiegenen Ölpreises die Sanktionen gegen
Russland lockern. Um das Angebot auf dem Weltmarkt zu verbessern,
dürfen Länder zeitweise russisches Öl kaufen, das sich bereits auf
Schiffen befindet. Die befristete Ausnahme von US-Sanktionen soll bis
11. April gelten. Moskau begrüßte die Lockerung. Bundeskanzler
Friedrich Merz (CDU) kritisierte die Entscheidung der USA.
