EU-Staaten einig: Strengere KI-Regeln sollen später kommen

13.03.2026 18:58

Die geplanten neuen Vorschriften für KI-Anbieter sollten später
kommen, sagen die EU-Länder. Nach dem Skandal um den Chatbot Grok bei
X, wollen sie auch eine Regel ergänzen.

Brüssel (dpa) - Die EU-Staaten wollen strengere Regeln für Anbieter
Künstlicher Intelligenz (KI) erst deutlich später anwenden als
ursprünglich geplant. Die Vorschriften für KI-Systeme mit besonderen
Risiken sollen erst im Dezember 2027 wirksam werden und damit 16
Monate später, wie die Vertretung der Mitgliedstaaten in Brüssel
mitteilte. 

Die EU-Kommission hatte eine Verschiebung der Regeln im November
vorgeschlagen, um den KI-Anbietern mehr Zeit für die Umsetzung der
Regularien zu geben. Ursprünglich sollte das Europäische KI-Amt die
Regeln zum Teil ab August durchsetzen. Bevor die Änderungen am Gesetz
in Kraft treten können, müssen sich die Mitgliedstaaten und das
Europaparlament noch einigen. 

Das EU-KI-Gesetz («AI Act») regelt umfangreich, welche
Verpflichtungen ChatGPT, Gemini und Co. etwa beim Trainieren ihrer
Modelle haben. Die Europäische Kommission hatte sich damit gerühmt,
den weltweit ersten Gesetzestext dieser Art zu haben.

Nach Skandal um sexualisierte Bilder durch Grok auf X

In den nächsten Monaten soll das KI-Gesetz zudem auch noch ergänzt
werden: Ein Verbot soll sicherstellen, dass KI keine sexuellen sowie
intimen Inhalte ohne Einwilligung der Betroffenen generiert oder
Darstellungen sexuellen Kindesmissbrauchs erstellt. 

Elon Musks Online-Plattform X war Ende 2025 in die Kritik geraten,
weil zunächst alle Nutzerinnen und Nutzer den KI-Chatbot Grok
auffordern konnten, gepostete Bilder zu sexualisieren. Immer wieder
befahlen Menschen der KI etwa, Fotos zu manipulieren und Frauen in
Bikinis zu kleiden.