Wadephul erteilt Nato-Einsatz vor Irans Küste klare Absage

16.03.2026 11:54

Könnte die Nato dabei helfen, die Straße von Hormus zu sichern?
US-Präsident Donald Trump ist dieser Meinung und setzt Alliierte
unter Druck. Aus der Bundesregierung kommt eine klare Ansage.

Brüssel (dpa) - Bundesaußenminister Johann Wadephul hat den
Forderungen von US-Präsident Donald Trump nach einem Nato-Einsatz in
der Meerenge zwischen dem Iran und der Arabischen Halbinsel eine
klare Absage erteilt. Er sehe nicht, dass die Nato für die Straße von
Hormus zuständig werden könnte, sagte der CDU-Politiker am Rande
eines EU-Außenministertreffens in Brüssel. Im Fall einer
Zuständigkeit würden sich die Nato-Gremien damit entsprechend
befassen. 

Zum politischen Kurs der Bundesregierung sagte Wadephul, er wolle
sich im Kreis der EU-Außenminister für Sanktionen gegen diejenigen
einsetzen, die für die Blockade der Straße von Hormus verantwortlich
seien. Damit könne man den Partnern am Golf ein klares Signal der
Unterstützung geben. Die Sanktionen könnten nach Angaben von
Diplomaten zum Beispiel Akteure aus dem iranischen Sicherheitsapparat
treffen.

Trump hatte die Nato-Verbündeten zuvor mit konfrontativen Worten zur
Unterstützung bei der Sicherung von Öltransporten in der wichtigen
Straße von Hormus aufgefordert. Die Nato werde vor einer düsteren
Zukunft stehen, sollten die Partner der USA dabei nicht helfen, sagte
Trump in einem kurzen Interview der «Financial Times». Sollte es
«keine Reaktion geben oder sollte die Reaktion negativ ausfallen,
wird dies, denke ich, sehr schlecht für die Zukunft der Nato sein»,
wurde Trump zitiert.

Als sehr unwahrscheinlich gilt ein Nato-Einsatz vor der Küste des
Irans vor allem deswegen, weil die Straße von Hormus nicht zum
Bündnisgebiet zählt und sich die USA deswegen nicht auf die
Beistandspflicht nach Artikel 5 berufen können. Ein Einsatz dort wäre
deswegen eine sogenannte «out-of-area»-Operation, der alle Alliierten
zustimmen müssten.