Nato geht vorerst nicht auf Trump-Drohung ein
16.03.2026 14:01
Könnte die Nato dabei helfen, die Straße von Hormus zu sichern?
US-Präsident Donald Trump ist dieser Meinung und setzt Alliierte
unter Druck. Im Hauptquartier des Bündnisses antwortet man nüchtern.
Brüssel (dpa) - Die Nato hat sich zurückhaltend zu den Forderungen
von US-Präsident Donald Trump nach einem Bündniseinsatz in der
Meerenge zwischen dem Iran und der Arabischen Halbinsel geäußert.
Alliierte hätten bereits zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen im
Mittelmeer ergriffen, sagte ein Sprecher in Brüssel. Es sei zudem
bekannt, dass einzelne Alliierte mit den USA und anderen darüber
sprächen, was sie darüber hinaus tun könnten - auch im Zusammenhang
mit der Sicherheit in der Straße von Hormus.
Zu der Frage, ob in Nato-Gremien bereits über einen möglichen
Bündniseinsatz in der für weltweite Öl- und Gastransporte wichtigen
Meerenge gesprochen wurde, äußert sich der Sprecher nicht. Auch gab
es keine Antwort auf die Frage, unter welchen Voraussetzungen eine
solche «Out-of-area»-Operation denkbar sein könnte.
Trump hatte die Nato-Verbündeten zuvor mit konfrontativen Worten zur
Unterstützung bei der Sicherung von Öltransporten in der wichtigen
Straße von Hormus aufgefordert. Die Nato werde vor einer düsteren
Zukunft stehen, sollten die Partner der USA dabei nicht helfen, sagte
Trump in einem kurzen Interview der «Financial Times». Sollte es
«keine Reaktion geben oder sollte die Reaktion negativ ausfallen,
wird dies, denke ich, sehr schlecht für die Zukunft der Nato sein»,
wurde Trump zitiert.
Als sehr unwahrscheinlich gilt ein Nato-Einsatz vor der Küste des
Irans vor allem deswegen, weil die Straße von Hormus nicht zum
Bündnisgebiet zählt und sich die USA deswegen nicht auf die
Beistandspflicht nach Artikel 5 berufen können. Ein Einsatz dort wäre
deswegen eine sogenannte «Out-of-area»-Operation, der alle Alliierten
zustimmen müssten.
