«Nicht unser Krieg»: EU schließt Einsatz vor Irans Küste aus

16.03.2026 19:03

Die EU hat im Nahen Osten bereits einen Militäreinsatz zur Sicherung
der Handelsschifffahrt. Könnte er auch die Straße von Hormus
schützen? Aus Brüssel kommt jetzt eine klare Antwort.

Brüssel (dpa) - Die EU wird sich vorerst nicht an einem möglichen
Militäreinsatz zur Absicherung von Öl- und Gastransporten durch die
Straße von Hormus beteiligen. «Niemand will sich aktiv in diesen
Krieg hineinziehen lassen», sagte EU-Chefdiplomatin Kaja Kallas am
Abend nach Beratungen der Außenminister der Mitgliedstaaten in
Brüssel mit Blick auf die israelischen und amerikanischen Angriffe
gegen den Iran. «Das ist nicht unser Krieg.»

Die Frage einer möglichen EU-Beteiligung an der Sicherung der
Handelsschifffahrt in der Meerenge zwischen dem Iran und der
Arabischen Halbinsel war nach Äußerungen von US-Präsident Donald
Trump aufgekommen. Dieser hatte europäische Alliierte aufgefordert,
einen Beitrag zu leisten. Als eine mögliche Option dafür galt bislang
eine Ausweitung der EU-Operation «Aspides». Diese war bereits 2024
für den Schutz der Handelsschifffahrt durch das Rote Meer und den
Golf von Aden gestartet worden.

Kallas sagte nun, es gebe keine Bereitschaft unter den
Mitgliedstaaten, das Mandat für den Einsatz auf die Straße von Hormus
auszuweiten. Zugleich sei aber der klare Wunsch geäußert worden, die
Operation «Aspides» zu stärken. Das Risiko, dass sich die
militant-islamistischen Huthi aus dem Jemen in den Iran-Krieg
einmischten, sei real, erklärte sie. Deshalb müsse man wachsam
bleiben. Die Huthi-Miliz wird vom Iran unterstützt und hat zuletzt
die «volle und unerschütterliche Solidarität» mit Teheran
angekündigt.

Das Rote Meer und der sich südlich anschließende Golf von Aden gelten
als eine der wichtigsten Handelsrouten der Welt. Sie liegen zwischen
Nordostafrika und der Arabischen Halbinsel und bilden eine zentrale
Verbindung zwischen dem Mittelmeer (über den Suezkanal) und dem
Indischen Ozean (über die Meerenge Bab al-Mandab). Die aus dem Jemen
agierende Huthi-Miliz attackierte dort bereits in der Vergangenheit
immer wieder Handelsschiffe, weshalb diese nun von internationalen
Streitkräften eskortiert werden. Deutschland beteiligt sich auch an
dem Einsatz, hat derzeit allerdings kein Schiff vor Ort.