Schneider: EU-Emissionshandelssystem behalten, aber anpassen

17.03.2026 11:49

Europas Industrie ächzt unter hohen Energiepreisen - die auch durch
die CO2-Kosten zustande kommen. Bundesumweltminister Schneider will
an dem System festhalten - und trotzdem etwas ändern.

Brüssel (dpa) - Mit Blick auf die hohen Energiepreise will
Bundesumweltminister Carsten Schneider das europäische
Treibhausgashandelssystem anfassen. Leichte Anpassungen wolle man
insbesondere für die Chemieindustrie, wo es eine Sonderbelastung
gebe, sagte Schneider am Rande eines Treffens mit seinen
EU-Amtskollegen in Brüssel. Dabei geht es vor allem um die
Festlegung, wie viel CO2 eine Industrieanlage ausstoßen darf, um
kostenlose Zertifikate zu bekommen. «Aber alles andere muss in der
Richtung bleiben und hat sich auch bewährt», so der SPD-Politiker.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kündigte jüngst an,
dass die von ihr geführte Behörde diese sogenannten Benchmarks in
Kürze festlegen wolle. Bei dem Emissionshandelssystem (Emission
Trading System, ETS) müssen bestimmte Unternehmen Zertifikate für den
Ausstoß klimaschädlicher Gase erwerben. 

Die Industrie kritisiert das System unter anderem wegen dadurch
steigender Produktionskosten, die den Wettbewerb mit Firmen außerhalb
der EU erschweren. Italien etwa fordert eine Art der Aussetzung des
Systems zur Abfederung der hohen Preise, andere Länder wollen eine
Abschwächung. Länder wie Spanien drängen darauf, an dem System
festzuhalten.

Schneider sagte, das Handelssystem sei für Deutschland als größte
Volkswirtschaft innerhalb der EU das wichtigste Preissignal und auch
Steuerungselement, um Klarheit an den Märkten zur Bepreisung von
CO2-Emissionen zu haben.

Bei einem Gipfeltreffen von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und
den anderen Staats- und Regierungschefs der EU-Länder in Brüssel Ende
dieser Woche dürfte auch über das Thema diskutiert werden.