Pipeline-Zoff: Brüssel schickt Unterstützung in die Ukraine

17.03.2026 13:35

Die beschädigte Pipeline «Druschba» kann nicht schnell repariert
werden, sagt Kiew - zum Unglauben Ungarns. Aus Brüssel kommt nun Geld
und technische Unterstützung.

Brüssel (dpa) - Im Streit zwischen Kiew und Budapest um die
Ölpipeline «Druschba» stellt die Europäische Union technische
Unterstützung und finanzielle Mittel zur Reparatur zur Verfügung. Die
Ukraine habe ein entsprechendes Angebot angenommen, teilten
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident
António Costa mit. «Europäische Experten stehen sofort zur
Verfügung.» 

Über die «Druschba» floss bis zuletzt Öl von Russland über Belaru
s
und die Ukraine nach Ungarn und in die Slowakei. Nach einer
Beschädigung der Pipeline infolge russischer Angriffe Ende Januar
fordert die kurz vor einer kritischen Parlamentswahl stehende
Regierung in Budapest Kiew zur schnellen Reparatur und Wiederaufnahme
des Transits auf. Der ukrainischen Darstellung nach ist eine schnelle
Reparatur nicht möglich. 

In Ungarn stößt das auf Unglauben. Regierungschef Viktor Orban
blockiert ein EU-Paket mit neuen Russlandsanktionen und die Vergabe
eines Kredits der EU an die Ukraine, der für das von Russland
angegriffene Land überlebenswichtig ist.

Priorität sei es, die Energiesicherheit für alle europäischen
Bürgerinnen und Bürger zu gewährleisten, teilten die
EU-Spitzenpolitiker weiter mit. «In diesem Sinne werden die
Präsidentin der Europäischen Kommission und der Präsident des
Europäischen Rates weiterhin mit den betroffenen Parteien an
alternativen Routen für den Transport von nicht-russischem Rohöl in
die Länder Mittel- und Osteuropas arbeiten.»