Riesen-Kondom vor EU-Parlament: Mehr zu Verhütung forschen
17.03.2026 13:51
Kondom oder dauerhafte Sterilisation - da hört es schon auf mit
etablierten Verhütungsmethoden für Männer. Das muss sich ändern,
fordert die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung und wirbt für
Forschung.
Brüssel (dpa) - Ein sieben Meter hohes Kondom vor dem Europaparlament
in Brüssel soll auf das Thema Verhütung aufmerksam machen. Die
Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) mit Sitz in Hannover will mit
der Aktion dafür werben, in die Forschung und Entwicklung von
Verhütungsmethoden für Männer zu investieren.
Für Männer gebe es bislang nur zwei etablierte Verhütungsmethoden:
Kondome, die bei Bedarf verwendet werden, und Vasektomien, bei denen
der Samenleiter zur dauerhaften Sterilisation durchtrennt wird.
Vielversprechend seien etwa auch Pillen, Gele, reversible Vasektomien
und thermische Methoden. «Ohne ausreichende Finanzierung und
politische Unterstützung könnten diese Innovationen jedoch noch viele
Jahre auf sich warten lassen, obwohl das Interesse und die Nachfrage
steigen», warnte die Entwicklungsorganisation.
Für Frauen gibt es zwar mehr unterschiedliche Verhütungsmethoden.
Dennoch haben nach Angaben der Stiftung weltweit 257 Millionen Frauen
keinen ausreichenden Zugang zu Verhütungsmitteln. Dies führe jedes
Jahr zu geschätzt rund 121 Millionen unbeabsichtigten
Schwangerschaften.
