Metsola sieht Weg für Umsetzung des EU-US-Handelsdeals frei

17.03.2026 14:08

Der Handelsdeal zwischen EU und USA soll Klarheit für Unternehmen
bringen und den Sprung über den Atlantik erleichtern. Trumps
Zoll-Politik bremste die formelle Umsetzung auf EU-Seite. Bis jetzt.

Berlin/Brüssel (dpa) - Die USA haben nach Angaben von
EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola Klarheit über ihren
handelspolitischen Kurs geschaffen und können mit der weiteren
Umsetzung des EU-US-Zolldeals rechnen. Dieser sieht vor, dass die EU
eine zollfreie Einfuhr von US-Industriegütern ermöglicht. 

«Wir haben nun Klarheit gewonnen, und ich hoffe, dass wir unseren
Handelsbeziehungen etwas Stabilität verleihen und den Unternehmen
Planungssicherheit bieten können», sagte die Politikerin bei der
Konferenz «Europe 2026» von «Die Zeit», «Handelsblatt»,
«Tagesspiegel» und «Wirtschaftswoche» in Berlin. Das Handelsabkomme
n
stehe kommende Woche bei der Plenarsitzung in Brüssel auf dem Plan. 

Arbeit an Umsetzung im Februar pausiert

Das Europaparlament hatte zuvor die Arbeiten an der Umsetzung des
Deals auf Eis gelegt. Hintergrund waren die Zolldrohungen von
US-Präsident Donald Trump im Grönland-Konflikt und Unsicherheit nach
einer Gerichtsentscheidung. Der Oberste Gerichtshof der USA hatte
geurteilt, dass Trump nicht unter Berufung auf ein bestimmtes Gesetz
per Erlass Zölle verhängen durfte. Dies betraf einen Großteil der
bisherigen Importabgaben. Trump kündigte umgehend neue Zölle an. 

Das Abkommen war im vergangenen Sommer ausgehandelt worden. Im
Gegenzug für die zollfreie Einfuhr von US-Industriegütern
verpflichteten sich die USA, die Zölle auf die meisten EU-Importe auf
maximal 15 Prozent zu begrenzen. Das rechtlich bindende Abkommen muss
für die Umsetzung noch vom EU-Parlament angenommen werden. 

Europa-Abgeordneter wollte «belastbare Zusagen»

Der Vorsitzende des Handelsausschusses im EU-Parlament, Bernd Lange,
hatte im Februar von der US-Regierung Zusicherungen gefordert, dass
sie sich an den im vergangenen Jahr ausgehandelten Deal halten werde.
«Solange keine klare rechtliche Bewertung vorliegt und keine
belastbaren Zusagen aus Washington kommen, setzen wir im Europäischen
Parlament die Arbeit an der Umsetzung aus.» Noch bleibe offen, ob die
USA ihre Zusagen «überhaupt einhalten wollen oder können», hatte de
r
SPD-Europaabgeordnete mitgeteilt.

Die US-Regierung hatte vergangene Woche Untersuchungen eingeleitet,
deren Ergebnisse auch als Grundlage für neue Strafzölle dienen
könnten. Es geht nach US-Angaben darum, herauszufinden, ob
strukturelle Überkapazitäten in Fertigungssektoren in der EU und
anderen Ländern zu Nachteilen für die US-Wirtschaft führen. 

Details, warum sie den Weg für die Umsetzung frei sieht, nannte
Metsola in ihrer Rede nicht.